Tückische Trockenheit

Talsperren auf gutem Weg - Dürre sitzt aber noch tief im Boden

von Björn Alexander und Oliver Scheel

Nach dem doch sehr nassen September wird der Oktober wohl nicht die normale Regenmenge bringen. Wir stehen derzeit bei etwa 80 Prozent des durchschnittlichen Regensolls und viel kommt da nicht mehr. Tatsächlich fiel der meiste Regen im Oktober da, wo die Böden ohnehin schon ganz gut gesättigt waren. In den Gebieten mit Trockenheit sind teils nur gut 30 Prozent des üblichen Regens gefallen. Wie sieht es also aus in Sachen Wasser?

Oben im Video: Sommer 2022 – Satellitenbilder zeigen enorme Trockenheit am Rhein

Unser Regenradar lässt Sie nicht im Regen stehen

Für die Grundwasserneubildung brauchen wir viel Regen

Im Oberboden, also einer Tiefe bis 25 Zentimeter, sieht es in Deutschland momentan ganz gut aus mit dem verfügbaren Wasser. Nur in einem Streifen vom nördlichen Münsterland und dem Emsland bis hinüber an die Oder gibt es gebietsweise Trockenheit. Das ist schon mal positiv und das sehen wir ja auch an den wieder ergrünten Wiesen.

Unser Meteorologe Björn Alexander erläutert die Situation: „Die Natur hat jetzt nur noch wenig Durst - die Vegetationsphase ist quasi vorbei. Und außerdem verdunstet natürlich im Herbst wesentlich weniger Wasser als im Frühjahr oder im Sommer.“

Für eine ausreichende Neubildung von Grundwasser kann es aber eigentlich gar nicht genug regnen. Denn in den tieferen Bodenschichten herrscht vielerorts noch eine außergewöhnliche Dürre. Kommt da jetzt was vom Himmel?

November sollte genügend Niederschlag im Gepäck haben

Wir dürfen tatsächlich mit Niederschlägen rechnen, so Alexander: “Pünktlich mit dem Monatswechsel stellt sich auch unsere Großwetterlage um. Die Tiefs greifen von Westen her vermehrt ins Wettergeschehen ein und sorgen für eine wechselhafte und teilweise sehr lebhafte Phase.“

Mit welchen Regenmengen können wir denn rechnen?

„Im ersten Novemberdrittel sahen manche Wettercomputer zuletzt recht verbreitet 30 bis 50, stellenweise auch über 80 Liter pro Quadratmeter. Es gibt also auf jeden Fall Hoffnung – auch wenn die Unsicherheiten für die weitere Entwicklung noch durchaus beachtenswert sind.“

Talsperren auf gutem Weg

Ruhrverband: Frühling war zu trocken und zu warm
Luftaufnahme der Möhnetalsperre. Vor allem kleinere Stauseen sind derzeit ganz gut gefüllt. die großen vertragen noch eine Menge Wasser.

Das sind doch mal gute Nachrichten. Und auch unsere Talsperren haben zum Beginn des hydrologischen Jahres am 1. November schon wieder einigermaßen hohe Fullstände. Vor allem kleinere Stauseen sind oft schon wieder über 80 Prozent gefüllt. Einzig der Edersee, einer der größten Stauseen Deutschlands und maßgeblich für den Wasserstand der Weser verantwortlich, ist erst zu 19 Prozent gefüllt. Das liegt daran, dass der Edersee sehr viel Wasser in die Weser abgeben musste und der Füllstand sich nur langsam erholt.

Am Ende des Winters sollten unsere Talsperren wieder genug Wasser für die nächste Vegetationsphase haben. Denn der Winter ist die Zeit der Niederschläge.

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(osc)