Wetter-Rückblick vom Januar 2020: Der trockene, milde Januar ohne Schnee

In den Top 5 der wärmsten Januarmonate

Auch wenn der ganz große Rekord ausbleibt, schafft es dieser Weichei-Januar unter die Top 5 der wärmsten Januarmonate seit 1881. In den ersten beiden Dekaden wäre sogar die Spitzenreiter-Position drin gewesen. Der Januar 2020 fällt deutlich zu trocken aus - außer ganz im Norden. Dort ist er sogar zu nass. Die Sonnen- und Regensieger, die Schneeverlierer und -sieger sehen Sie im Video.

Meist sehr mild – bis 16 Grad

30.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Krokusse blühen in einem Park in der Innenstadt. Die Temperaturen in Nordrhein-Westfalen werden zum Ende der Woche ungewöhnlich mild. Bei Höchsttemperaturen von 11 bis 14 Grad, im Bergland um 9 Grad, werde
Düsseldorf am 30. Januar 2020: Krokusse blühen in einem Park in der Innenstadt. Das ist zu früh. © dpa, Martin Gerten, mg nic

Fast 4 Grad zu warm - das ist schon eine reife Leistung!  Der Januar 2020, der auf einen Temperaturdurchschnitt von 3,3 Grad kommt, fällt 3,8 Grad wärmer aus als der Durchschnittsjanuar in den Jahren 1961 bis 1990 (das ist die international gültige Referenzperiode). Selbst gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010, in der die globale Erwärmung schon fleißig an den Thermometern drehte, betrug die Abweichung nach oben 2,9 Grad.

Nur für kurze Zeit gab es im Süden und in der Mitte Deutschlands ein paar Tage mit Dauerfrost und mäßigem, ganz vereinzelt auch strengem Nachtfrost. Oberstdorf meldete am 20. Januar über einer dünnen Schneedecke sogar ein Minimum von -14,7 Grad. Bundesweit am höchsten kletterte das Quecksilber am 9. Januar in Ohlsbach bei Offenburg mit 16,0 °C.

Der Januar 2020 im Wetter-Rückblick
Der Januar 2020 bleibt konsequent auf der Spur der zu warmen Monate. Einziger Ausreißer: der Mai 2019 war zu kalt.

Im Norden nass, im Süden trocken

Dem insgesamt trockenen Januar 2020 fehlten mit rund 45 Litern pro Quadratmeter 30 Prozent zu seinem Soll von 61 Litern pro Quadratmeter. Allerdings: Im Norden - in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg - fiel verbreitet mehr als im vieljährigen Mittel. Die höchsten Mengen meldeten das Sauerland, der Harz und Schleswig-Holstein mit teilweise über 120 Litern pro Quadratmeter.  Ganz anders sah die Sache im Süden aus: Am Oberrhein und im südlichen Baden-Württemberg kamen örtlich nur um 5 Liter pro Quadratmeter zustande.

Mangelware Schnee

 Little girl standing at the window, waiting for Christmas model released Symbolfoto PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY NEKF00001
Wo ist nur der Winter hin? Ausschau halten nach Schneeflocken © imago images/Westend61, Nell Killius via www.imago-images.de, www.imago-images.de

In vielen Orten, wie z.B. Bremen, Magdeburg und Dresden, fiel im ganzen Januar keine einzige Schneeflocke. An 319 der etwa 500 Wetterstationen des Deutschen Wetterdiensts mit Schneehöhenmessung gab es an keinem Tag im Januar eine Schneedecke.