Wetter-Rückblick Juni 2020: Zu warm und zu nass – ein wechselhafter Start in den Sommer

Wetter-Rückblick Juni 2020: Zu warm und zu nass – ein wechselhafter Start in den Sommer
Sonne und Gewitter in Stuttgart - der Juni 2020 zeigte sich von seiner wechselhaften Seite © imago/7aktuell, imago stock&people

Juni 2020: Kein beständiges Sommerwetter und starke Temperaturschwankungen

Eine Hitzewelle, viel Regen und zahlreiche Gewitter, dann wieder schönes Sommerwetter – das Wetter in Deutschland war im Juni 2020 sehr unbeständig und wechselhaft. Bei den Temperaturen gab es im Juni dabei ein ziemliches Auf und Ab. Neben vielen kühlen Phasen, zum Beispiel während der ungewöhnlich lange andauernden Schafskälte, konnte man im Juni 2020 andererseits auch die erste Hitzewelle 2020 mit mehr als 5 Tagen über 30 Grad erleben. Auf die Hitzewelle folgte wiederum ein markanter Temperatursturz.

Mit einem deutschlandweiten Mittelwert von +16,8 Grad lag der Juni allerdings +1,1 Grad über den langjährigen Mittelwert aus der Referenzperiode von 1981-2010 und war damit insgesamt zu warm. Zwischen der kältesten in Deutschland gemessenen Temperatur, frostige 0,5 Grad auf dem Brocken im Oberharz in der Nacht auf den 1. Juni und dem Temperatur-Höchstwert am 13. Juni, +34 Grad in Coschen in Brandenburg, lagen also stolze 33,5 Grad.

Unwetter bringen gebietsweise viel Regen, aber die Trockenheit bleibt ein Problem

02.07.2020, Bayern, Kaufbeuren: Hagelkörner liegen in einem Garten auf einer Holzterrasse und dem Rasen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Regen und Hagel in Südbayern © dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh nwi

Das durchschnittliche Niederschlagssoll für den Juni (85 Liter pro Quadratmeter) wurde in diesem Monat mit einem Mittelwert von 90 Litern pro Quadratmeter leicht übertroffen. Durch große Mengen Starkregen und gebietsweise lange andauernden Niederschlag wurde das Niederschlagssoll in vielen Gegenden weit übererfüllt. Südwestlich von Magdeburg sorgte ein kräftiges Unwetter am 13. Juni für einen Niederschlag von 133,4 Liter pro Quadratmeter – an nur einem Tag! Besonders in Bayern regnete es im Juni 2020 phasenweise unaufhörlich. Die monatlichen Regensummen in den Alpen und im Allgäu überragten dort sogar locker die 300-Liter-Marke.

Dagegen litten Regionen im Westen, Osten und im Norden eher unter der Trockenheit. Im brandenburgischen Golßen-Mahlsdorf wurde beispielsweise nur schlappe 9,4 Liter pro Quadratmeter gemessen – deutlicher kann man sich die Regenlotterie im Juni 2020 nicht vor Augen führen.

Juni 2020: Im Norden Sonne satt – Land unter in Bayern

Ab ins kühle Nass: Ein Schwimmer springt am Samstag (26.06.2010) im Kanal Lindener Hafen in Hannover ins Wasser, und ein Taucher ist kurz vor dem Abtauchen.  Die Sonne verwöhnt Deutschland auch in den nächsten Tagen. Laut «Siebenschläferegel», nach d
Abtauchen ins kühle Nass ! In Norddeutschland - hier in Hannover - war der der Juni 2020 sommerlicher als in Bayern © dpa, Michael L?wa

Die Sonne war in Norddeutschland im Juni 2020 am häufigsten zu sehen. „Schuld“ daran war unter anderem eine Hochwetterlage, die bis nach Skandinavien reichte. Die sonst nicht gerade sonnenverwöhnten Norddeutschen konnte sich über satte 250 Sonnenstunden freuen – ganz im Gegensatz zum in diesem Monat tiefdruckdominierten Bayern, das mit 150 Sonnenscheinstunden auskommen musste. Der deutschlandweite Mittelwert lag bei 215 Sonnenstunden und übertraf den langjährigen Mittelwert somit um 17 Stunden.

Verhagelter Sommer in Italien: Bergamo verwandelt sich in Schneelandschaft

Der Juni 2020 war voller Unwetter, auch im Nachbarland Italien. In der norditalienischen Stadt Bergamo sorgte ein starkes Unwetter, das über Frankreich, Norditalien bis zu Balkan zog, für krasse Hagelschauer. Die Region um Bergamo verwandelte sich mitten im Sommer zur Schneelandschaft.

Weitere Wetterereignisse im Juni 2020

Die Tierwelt macht im Juni 2020 verstärkt auf sich aufmerksam. In Indonesien wurde ein „Seeungeheuer“ an die Küste gespült, das die Welt ins Staunen versetzte. Der 22 Meter lange Kadaver war allerdings nicht der eines ungeheuerlichen Riesenkalmars - wie zunächst vermutet wurde. Was das „Seeungeheuer“ wirklich war, kann man im Video oben sehen!

Viehzeug im Garten, und was man dagegen tun kann. Die mitunter starke Nässe im Juni war für Schnecken ideal, um sich stark zu auszubreiten. Für Gartenbesitzer können die hungrigen Schnecken besonders störend sein. Tipps zur Bekämpfung der schleimigen Vielfrasse gibt es hier! Sommerzeit ist  auch Zeckenzeit – und die gefährliche Riesenzecke Hyalomma, erst 2018 hierzulande entdeckt, breitet sich in Deutschland auch immer weiter aus.