Wetter-Rückblick Februar 2020: Viel zu warm, viel Regen und Orkan Sabine wütete in Deutschland

Orkan Sabine wehte in Hannover einen Baum auf parkende Autos.
Orkan Sabine sorgte deutschlandweit für Sturmschäden - zwei Autos in Hannover werden von einem umgeknickten Baum begraben. © imago images/localpic, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Februar 2020 im Rückblick

Das Wetter im Februar 2020 war sehr turbulent – es war zu warm, zu nass und dabei extrem windig. Mit einem Plus von 4,9 Grad über der Mitteltemperatur war der Februar 2020 in Deutschland der zweitwärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nur der Februar 1990 war mit +5,7 Grad noch wärmer. Der Februar 2020 war zudem der wärmste der drei Wintermonate 2019/2020 und bestätigte damit final den Temperatur-Trend dieses Winters, der mit fast 4 Grad über der Mitteltemperatur der zweitwärmste jemals gemessene Winter in Deutschland war.

Zu warm, zu nass und sehr windig

06.02.2020, Rheinland-Pfalz, Niederwerth: Die Uferpromenade der Insel Niederwerth ist vom Hochwasser des Rheins überflutet. Der vorläufige Scheitel des Rheinhochwassers wird am Donnerstag am Mittelrhein erwartet. Foto: Thomas Frey/dpa
Hochwasser am Rhein - in Niederwerth, Rheinland-Pfalz wurde die Uferpromenade überschwemmt. © dpa, Thomas Frey, tfr wsr

Gleichzeitig war der Februar 2020 mit einem durchschnittlichen Niederschlag von 125 Litern pro Quadratmeter der zweitnasseste Februar und lag somit etwa 250% über seinem Sollwert von 49 Litern pro Quadratmeter. Dabei wurden regional neue Niederschlagsrekorde aufgestellt, obwohl es vielerorts bis zum kurzen Wintereinbruch Ende Februar keinen oder nur kaum Schnee gab. Selbst in den Wintergebieten wie im bayerischen Oberstdorf war es extrem schneearm.

Nach den eher zu trockenen Wintermonaten Dezember 2019 und Januar 2020 war der viele Regen gut für den trockenen Boden und für die Pflanzenblüte im kommenden Frühling. Anfang Februar traten aufgrund der starken Regenfälle viele deutsche Flüssen wie Rhein, Mosel und Donau über die Ufer. Das Hochwasser verlief jedoch an vielen Stellen glimpflich ab.

Die Sonnenscheinbilanz war deutschlandweit trotz der milden Temperaturen im Februar 2020 leicht negativ, wobei gerade der Norden sehr wenig Sonne abbekam.

Milde Südwestströmung und ein starker Polarwirbel

Das milde, trotzdem turbulente Winterwetter kam durch eine beständige West- bis Südwestströmung zustande. Schuld daran war unter anderem der Polarwirbel, der sich weiter östlich als gewohnt zwischen Island, Skandinavien und dem Nordpolarmeer festsetzte. Da der Polarwirbel dort ungewöhnlich stabil verharrte und die Kaltluft bündelte, strömte nur wenig kalte Luft nach Deutschland. Stattdessen gab es eine ganze Serie von Stürmen, die vom Atlantik aus über Deutschland hinweg fegten.  

Sturmtief Sabine sorgte für Chaos in Deutschland

Orkantief Sabine zieht über Köln, wo am Sonntag Warnhinweise wegen Steinschlag am Kölner Dom aufgestellt wurden.
Orkantief "Sabine" zog auch über Köln, wo man jedoch bestens auf den Sturm vorbereitet war. © imago images/Future Image, Christoph Hardt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Orkan Sabine erreichte dabei hierzulande die größte Prominenz. Der Monster-Orkan legte vom 9. Bis zum 10. Februar 2020 Teile des öffentlichen Lebens in Deutschland lahm. Aufgrund der Sturmwarnungen wurden Schulen geschlossen, der Bahnverkehr stand zeitweise still und Großveranstaltungen wie das Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln wurden abgesagt.

Sturmtief Sabine sorgte so vielerorts für schwere Sturmböen um die 100 km/h, was Windstärke 10 entspricht. Orkanböen von 110 bis 130 km/h (Windstärke 11 bis 12) wurden an der Nordseeküste und im Süden Deutschlands gemessen – in den Gebirgen kam es zu extremen Orkanböen. Der Feldberg im Südschwarzwald war Spitzenreiter mit 177 km/h Windgeschwindigkeit.

An den Stränden der Nordseeinseln sorgten fünf Sturmfluten für große Sandverluste. Auf der Insel Wangerooge wurde ein Verlust von 80 Prozent des Sandstrandes gemeldet. Weitere Sturmtiefs wie Victoria und Yulia erreichten im Februar 2020 das deutsche Festland und sorgten dafür, dass die Windkraftanlagen auf Land und See bei der Stromproduktion im Februar einen Rekordmonat verzeichnen konnten – insgesamt wurden etwa 21 Milliarden Kilowattstunden Windkraft produziert.

Auch international sorgten die starken Winterstürme für dramatische Situationen und krasse Bilder. Den Bombenzyklon in Island begleitete ein Team von RTL- und Wetter.de – die spektakulären Sturmbilder von Orkan Victoria auf Island gibt es hier.

Februar 2020: Das Coronavirus breitete sich in Deutschland und Europa aus

Mitten in der Grippe-Saison wurde in Deutschland Ende Januar 2020 der erste Coronavirus-Fall gemeldet. Bis zum 29.02. Februar wurden 66 Corona-Fälle vom Robert-Koch-Institut registriert – mit steigender Tendenz. Die Corona-Epidemie brach im Dezember 2019 in der chinesischen Provinz Wuhan aus.

In Europa wurden im Januar 2020 in Italien die ersten COVID-19-Fälle registriert. Am 20. Februar 2020 wurden in Italien die meisten Infektionen außerhalb Asiens festgestellt, die sich bis zum 29. Februar auf kumulierte 1128 Fälle beliefen. Warum das Coronavirus sich ähnlich wie Influenzaviren gerade im Winter wohl fühlt und sich leichter verbreitet, erklärt RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht.

Kurioses im Februar 2020: Robbe im Rhein, Riesenskelett von Nessie aufgetaucht?

Nessie
Spektakulärer Fund an Schottlands Strand: Ist das Skelett etwa der Überrest von Seeungeheuer Nessie?

Der Februar 2020 hatte auch einige kuriose Ereignisse zu bieten. So hatte sich Anfang Februar eine Robbe im Rhein bei Krefeld verirrt und für Aufmerksamkeit gesorgt. In Russland retteten Bauern elf Pferde in einer dramatischen Aktion, nachdem diese vorher im dünnen Eis eingebrochen waren. In Schottland hatte Sturmtief Ciara ein Riesenskelett an den Strand in der Nähe von Aberdeen gespült. Die Bilder lösten Spekulationen aus, dass es sich dabei um das Skelett des schottischen Nationalheiligtums Nessie handeln könnte. Da die Existenz des Ungeheuers von Loch Ness jedoch nicht bewiesen ist, geht man allerdings doch eher davon aus, dass es sich um das Skelett eines angespülten Zwergwals handelt.