Wetter-Rückblick: Der September 2017 war fast überall zu KALT

Wetter-Rückblick: September 2017 fast überall zu kalt
Wetter-Rückblick: Der September 2017 war fast überall zu kalt © dpa, Martin Schutt, msc htf

Der September war fast überall zu kalt, obwohl es zu Beginn noch einmal fast 30 Grad gab. Der Norden und Südwesten hatte außerdem deutlich nasseres Wetter als der Rest von Deutschland. Außerdem gab es den ersten Herbststurm mit Orkanböen um 150 km/h.

Das langjährige Temperaturmittel wurde meist unterschritten, im Saarland und in Oberbayern war es um bis zu 1,6 Grad kälter. Im Norden lag die Mitteltemperatur im Bereich des langjährigen Durchschnitts, in Rostock sogar um 0,6 Grad darüber.

Temperaturspanne von fast 40 Grad

Mit 12,7 Grad lag er um 0,6 Grad unter dem Soll der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung -0,8 Grad.

Die kältesten Temperaturen wurden dabei an der Messstation Zugspitze in 2960 Metern Höhe registriert, hier sank die Temperatur auf kalte -8,4  Grad. In mittleren Höhenlagen, wie an der Station Königshütte im Harz, lag der Tiefstwert mit -0,1  Grad knapp unter dem Gefrierpunkt. Auf der Nordseeinsel Borkum lag das Minimum bei 8,2  Grad.

Der Tag mit den höchsten Temperaturen war der 05. September mit 28,5 Grad in Ihringen in Baden-Württemberg, sowie mit 28,2 Grad in Rust. Das war auch der Tag, an dem es im Ruhrgebiet schon am frühen Morgen Werte um die 22 Grad gegeben hat.

Die Sonne war einfach zu schwach

In Bezug auf die Sonnenscheindauer lag der Monat durchwegs unterhalb des Mittelwertes. Mit etwa 120 Sonnenstunden fehlten dem September 19 Prozent seines Solls von 149 Stunden. Die größte Abweichung zeigt sich in Hof, dort wurde gerade mal rund die Hälfte des üblichen Sonnenscheins erreicht. Im Bereich um Rostock war dagegen mit 95% der geringste Unterschied zu verzeichnen.

Den meisten Sonnenschein registrierte die Station Waldshut-Tiengen in Baden-Württemberg mit 176 Stunden, in St. Bartholomä am Königssee schien dagegen nur 58 Stunden die Sonne.

Ungleiche Verteilung beim Regen

Der September erreichte mit rund 70 Litern pro Quadratmeter etwa 113 Prozent seines Solls (61 l/m²). Bei näherer Betrachtung der Niederschlagssummen zeigt sich in Deutschland eine sehr ungleiche Verteilung. Bezüglich des langjährigen Mittelwertes wurden an der Nordsee oft um 150%, auf Helgoland sogar mehr als 175% erreicht. Auch im Saarland, in Hessen und im Allgäu wurden erhöhte Niederschlagsmengen gemessen. Am meisten regnete es an der Station Nebelhorn in Bayern, dort wurden bis zum 27.09. 259,2 Liter/qm gemessen. Direkt danach folgt Balderschwang in Bayern mit 252,6 Liter/qm. Das andere Extrem bildete Thüringen, dort fiel oft weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags. Beispielsweise wurden In Rudolstadt lediglich 10,2 Liter/qm gemessen.

Video: Der erste Herbststturm des Jahres

Krasse Orkanböen mit um die 150 km/h an der Nordsee

Im Hinblick auf hohe Windgeschwindigkeiten wurden unter dem Einfluss des Sturmtiefs 'Sebastian' am 13.09. beeindruckende Werte erreicht. Die Böen mit den höchsten Geschwindigkeiten wurden mit 152,7 km/h um 13 Uhr auf Helgoland, 148,2 km/h um 12 Uhr auf dem Brocken und mit 146,3 km/h um 13 Uhr auf der Insel Borkum gemessen.