Wetter-Lexikon: Die leuchtende Nachtwolke

Wetter-Lexikon: Die leuchtende Nachtwolke
Eine leuchtende Nachtwolke in Estland

Leuchtende Nachtwolken sind Eiskristalle in extremer Höhe

In den Sommermonaten Juni und Juli kann man häufig das Phänomen der sogenannten 'Leuchtenden Nachtwolken' beobachten. Diese NLC (vom englischen Begriff Noctilucent Clouds) sind Ansammlungen von Eiskristallen, die sich in der Mesopause befinden. Das Phänomen zeigt dann tatsächlich Eiswolken, die in der Dämmerung oder sogar in fast völliger Dunkelheit leicht leuchten.

Die Mesopause ist eine atmosphärische Grenzschicht. Sie liegt im Sommer in etwa 80 bis 85 km Höhe. Im Winter ist sie noch höher. In der Mesopause ist es so kalt wie sonst nirgendwo in der Erdatmosphäre.

Das Geheimnis der leuchtenden Wolken ist schnell gelüftet: Sie stehen so hoch am Horizont, dass sie auch nach Sonnenuntergang von schräg unten angestrahlt werden und für den Beobachter dann eben leuchten. Logischerweise ist das Phänomen auf die Monate um die Sommersonnenwende beschränkt.

Zuerst wurden die Wolken nach dem kapitalen Ausbruch des Krakatau 1883 beobachtet und daher auf den Vulkanausbruch zurückgeführt. Weil damals der Himmel genau studiert wurde, entdeckte man dieses Phänomen. Die leuchtenden Nachtwolken sind sehr dünn und können das Licht kaum abschwächen. Daher werden sie tagsüber nicht oder nur kaum wahrgenommen.