Wetter im Juli 2015: Das ist der Klimawandel

Der Juli bot die ganze Palette der Extreme

So sieht Klimawandel aus: Hitzewellen werden stärker, Unwetter heftiger, Dürren häufiger. Der Juli 2015 mit seinen Wetterextremen belegt die Prognosen der Klimaforscher.

Zwar war es in Deutschland nicht flächendeckend und dauernd brütend heiß, aber südlich der Mainlinie herrschten wochenlang Temperaturen von weit über 30 Grad, heftige Unwetter trafen zahlreiche Orte, in der Mitte Deutschlands regnete es viel zu wenig. Das geht aus der Monatsbilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor.

Im Süden schwitzten die Menschen wochenlang: Am 5. Juli kletterte die Temperatur im bayerischen Kitzingen auf 40,3 Grad, das ist der neue offizielle Hitzerekord. Nachts gab es kaum Abkühlung - in Düsseldorf sank die Temperatur in der Nacht zum 2. Juli nur auf knapp 25 Grad. Für Freiburg galt zehn Tage hintereinander eine Hitzewarnung.

Wetter im Juli 2015: Das ist der Klimawandel
© dpa, Boris Roessler

Die heiße Luft war energiegeladen. Zahlreiche Unwetter trafen den Süden und Südwesten, Hagelkörner waren örtlich so groß wie Golfbälle. Tornados dagegen gab es nach DWD-Einschätzung keine, auch bei den Stürmen im rheinland-pfälzischen Framersheim (Video vom 09.07.) und in der Region um Halle an der Saale handelte es sich demnach um Fallböen. An ihrer Zerstörungskraft ändert das aber nichts.

Ungewöhnlich war der Sommersturm 'Zeljko' am letzten Juli-Wochenende gewesen, der im Norden selbst im Flachland Windstärke elf erreichte.

Zur großen Hitze kam in der Mitte Deutschlands die Dürre. Der Regenmangel trifft unter anderem Hessen. Dort wurde das Getreide nach Angaben des Bauerverbandes mancherorts notreif, das schmälert die Ernte.

Die hessischen Förster fürchten um den Wald-Nachwuchs - jeder dritte im Frühjahr gepflanzte Jungbaum droht zu vertrocknen. "Schon jetzt steht fest, dass es Ausfälle geben wird", sagte Michael Gerst, Chef des Landesbetriebs Hessen-Forst, der Deutschen Presse-Agentur. Seit Monatsbeginn gab es in Hessen 40 Waldbrände, die aber allesamt schnell gelöscht wurden.

Die andauernde Trockenheit behindert inzwischen die Schifffahrt auf dem Mittelrhein. Allerdings ist noch lange nicht die Lage vom Hitzesommer 2003 erreicht.