Normal ist das nicht!

Schnee und eisige Kälte im Dezember - düstere Langfristprognose

von Claudia Träger

Macht der Dezember ernst mit Frost und Schnee? Auch wenn es noch zu früh für sichere Prognosen ist, scheinen sich zwei Trends abzuzeichnen: Viel zu warm und zu trocken wird der erste Monat im Winter. Es verwundert kaum, aber ist alles andere als normal.

Oben im Video: Wann bleibt der erste Schnee für gewöhnlich liegen?

Dezember 2022: Die Temperatur steht im Mittelpunkt

Wenn es in diesem Jahr um das Wetter im Winter geht, steht die Temperatur im Mittelpunkt. Sorge um leere Gasspeicher und kalte Wohnungen lassen mal die große Schnee-Frage in den Hintergrund treten. Bisher ist beides kein Thema und die sehr, sehr milde Witterung in Oktober und November sorgt dafür, dass wir den Energie-Problemen etwas gelassener entgegensehen können. Und was macht der Dezember, der erste Wintermonat?

Warmer Dezember 2022: Ausnahme bestätigen die Regel

Der Dezember 2022 tritt erst einmal in die Fußstapfen seiner Vorgängermonate und wird den Berechnungen der Monatsprognose von wetter.de zufolge ebenfalls viel zu warm. Bis zu den Weihnachtsferien liegt das Deutschlandmittel oft 2 bis 5 Grad höher als die Durchschnittstemperatur der Jahre 1991 bis 2020. Es gibt aber zwei spannende Ausnahmen.

Experimentelle Langfristprognose für Dezember 2022:

Die Grafik zeigt die Monatsprognose Dezember für Gesamt-Deutschland.
Es verwundert nicht: Der Dezember wird zu warm und zu trocken berechnet (Stand: 15.11.2022).

Kälteeinbruch zu Weihnachten im Dezember 2022

Die erste Ausnahme fällt noch sehr harmlos aus. Nach dem 2. Advent geht es mit den Temperaturen deutschlandweit betrachtet fast aufs Normalmaß von 2 Grad und etwas zurück. Rasch gehen die Trends von Prognose und Mittelwerten aber wieder weit auseinander. Bis Weihnachten ansteht. Es folgt ein Temperatursturz, der sich gewaschen hat. Von 7 auf 0 und damit 2 Grad unter die Durchschnittslinie.

Nach Weihnachten ist der kalte Spuk schon wieder vorüber, die Temperaturen schnellen nach oben, um Silvester muckelige 8 Grad zu erreichen. Im Deutschlandschnitt. Da dürfte es also jede Menge Stationen mit zweistelligen Topwerten geben. Ein solches Achterbahnwetter zum Jahresende wäre aber wirklich außergewöhnlich und ist eher unwahrscheinlich.

Dezember 2022: Temperaturen und Niederschlag passen zum Jahr

Es gibt kein Vertun: Die globale Erwärmung schreitet voran.
Das ganze Jahr 2022 ist bisher meistens zu warm bis viel zu warm gewesen.

Am Ende liegt der Dezember auf einem 2,3 Grad zu warmen Kurs. Das verwundert nicht nach dem bisherigen Jahresverlauf, genauso wenig wie die Niederschlagsprognose, die ein Defizit von über 40 Litern sieht. Das Dezember-Wetter ist also alles andere als normal. Niederschlag und Temperaturen zusammen betrachtet lassen die Chancen auf Schnee dahin schmelzen wie Schnee auf einem schlecht gedämmten Dach.

Aber es gilt zu bedenken: Eine verlässliche Prognose für das Wetter Dezember kann im Moment noch niemand geben. Aber die Wettercomputer sind nicht aufzuhalten und berechnen bereits vorläufige Vorhersagen.

Ein durchschnittlicher Dezember: Was ist normal?

Ein durchschnittlicher Dezember in Deutschland (der Jahre 1991 bis 2020) hat folgende Kennwerte:

  • Mitteltemperatur: 1,84 Grad
  • Sonnenstunden: 43,4
  • Frosttage: 15,9
  • Eisstage (Tage mit Dauerfrost): 5

Allerdings sind Schwankungen normal:

  • Besonders warm war zum Beispiel der Dezember 2015 mit einer Mitteltemperatur von 6,5 Grad.
  • Der Dezember 2010 war hingegen extrem kalt mit einer Mitteltemperatur von -3,6 Grad.

Lese-Tipp: Krasser Monat im Wetter-Check: Das alles kann der Dezember

Fazit: Regnerisches Wetter am Weihnachtsmarkt

Nach viel Schnee sieht diese Prognose für den Dezember 2022 nicht aus – zumindest nicht im Flachland. Dafür sind die Temperaturwerte zu hoch. Stattdessen könnte es vergleichsweise viel Regen und viele Wolken geben. Immerhin: Wenn es so käme, könnten wir im Vergleich zu anderen Dezembermonaten viel beim Heizen sparen.

Vorsicht: Langfristprognosen nicht mit klassischen Wettervorhersagen vergleichbar

Wetterprognosen für die nächsten Tage stimmen nicht immer. Die Vorhersage, wann und wo genau es zum Beispiel Gewitter gibt, ist schwierig. Andere Parameter, wie zum Beispiel die Temperatur, passen in der Regel recht gut.

Je weiter die Vorhersage in die Zukunft blickt, desto unsicherer wird sie. Eine Vorhersage für den nächsten Monat sind deshalb außerordentlich unsicher. Sie eignen sich also nicht, um Urlaube zu planen oder ähnliches. Nicht selten sehen die Berechnungen der Wettercomputer für den gleichen Zeitraum völlig anders aus, wenn die Prognose einen Tag später erneut berechnet wird. Außerdem handelt es sich hier um gemittelte Werte für ganz Deutschland. Verlässliche Aussagen für spezielle Regionen sind deshalb nicht möglich. Dennoch lassen sich mit Hilfe dieser Prognosen frühzeitig Trends und Tendenzen erkennen.

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