Wetter-Bilanz Mai 2020: Kalt, heiß, sonnig, trocken

Der ganze Frühling war zu trocken

Der DWD wertet anhand von 2.000 Messstationen den Monat Mai vorzeitig aus und zieht eine Wetter-Bilanz. Dabei lässt sich der Mai in knappen Worten beschreiben: zu kühl, viel Sonne und sehr trocken. Es regnet einfach viel zu wenig. Schon im ganzen Frühling. Christian Häckls Einschätzung der Situation im Video.

Unterschiedliche Wetterverteilung in Deutschland

 Traumwetter, ein wunderschoener Morgen bei warmen Temperaturen, die Sonne scheint vom wolkenlosen blauen Himmel Traumwetter im Siegerland am 21.05.2020 in Siegen/Deutschland. *** Dream weather, a beautiful morning with warm temperatures, the sun is
Für die meisten gab es viel Sonnenschein im Mai. © imago images/Rene Traut, Rene Traut via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Insgesamt war das Wetter recht launisch bezüglich der Verteilung in Deutschland. Der Norden und Osten zeigte sich oft frisch und wolkiger. Dennoch gab es nur wenig Regen. Ganz im Gegensatz zum Süden. Viele Tiefausläufer sorgten hier für teils starke Regenfälle. Im Westen blieb es allerdings oft trocken bei sehr viel Sonnenschein.  

Die Jahrezeiten verändern sich, der Frühling könnte uns sogar ganz verloren gehen.

Dementsprechend unterschiedlich fiel auch die Sonnenscheindauer aus. Unterm Strich hat der Mai sein Soll von 202 mit 230 Stunden übertroffen. Der Südwesten geht mit 195 Stunden dabei als klarer Sonnensieger hervor. Der Süden und der Osten erreichten im Schnitt 165 Stunden.  

Neben viel Sonnenschein gab es auch schwere Gewitter, Hagel und Sturmböen.

Wonnemonat Mai meist zu kühl

News Bilder des Tages 11.05.2020, Eisheilige: Temperatursturz in Deutschland Pünktlich mit den Eisheiligen ist ein Temperatursturz von 20 Grad Celsius in Deutschland angekommen. Hier in der Rhön hatte es am Sonntag noch ca. 22 Grad Celsius, am heutig
Pünktlich zu den Eisheiligen stürzten die Temperaturen in den Keller. © imago images/MedienServiceMüller, Medien Service Mueller I Oliver Mueller via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der Mai hatte einen Temperaturdurchschnitt von 11,9°C und liegt damit um 0,2°C knapp unter dem Referenzwert von 1961 bis 1990. 

Temperaturtechnisch hatte der Monat einiges zu bieten. Den deutlichsten Temperatursturz gab es pünktlich zu den Eisheiligen am 11. Mai. Örtlich fielen die Temperaturen im Vergleich zum Vortag sogar um bis zu 20°C! In der darauffolgende Woche war davon allerdings schon nichts mehr zu spüren. Hochdruckeinfluss machte sich breit und brachte uns mit mehr als 25 °C den ein oder anderen Sommertag. In Lingen wurden am 21. Mai sogar 29,4°C gemessen. 

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Kaum Regen ließ die Waldbrandgefahr steigen

 Waldbrandgefahr, 05.04.2020, im Rochlitzer Bergwald kommt es an einem Wanderweg zu einem kleinen Waldbrand. Auf einer Fläche von etwa einem Hektar brennt trockenes Laub und Holz. Rochlitz Sachsen Deutschland *** Forest fire hazard, 05 04 2020, a sma
Durch die anhaltende Trockenheit stieg auch die Waldbrandgefahr in vielen Teilen Deutschlands an. © imago images/Mario Hösel, Mario Hösel via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Dass der Monat Mai zu trocken war, malte sich bereits deutlich in der Natur ab. Dieses Jahr wurde das Niederschlagssoll von 71 l/m² mit etwa 40 l/m² nicht erreicht. Vor allem der Westen ging in Punkto Regen oft leer aus. Vereinzelt wurden weniger als 10 l/m² gemessen. Dementsprechend hoch war auch die Waldbrandgefahr. In Alpennähe verläuft es eher andersherum. Hier wurden stellenweise mehr als 150 l/m² gemessen.     

Was kommt noch? Gibt es die angekündigte große Hitze im Sommer 2020 auf der Nordhalbkugel? Hier klicken: Unsere Meteorologen klären auf.

Wetter und Klima in der Mediathek

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