Über 3.000 Menschen erleiden jährlich einen allergischen Schock

Bin ich gegen einen Wespenstich allergisch? So können Sie es rausfinden!

Wespenstich
Wespenstich © iStockphoto, Nataba

Wespen nerven alle - und sind für manche lebensgefährlich

Im Grunde genommen kann man sie fast schon bemitleiden. Weil ab Mitte August die Eier gelegt und das Wespenwerk vollendet ist, hat die Wespenkönigin sich bereits verabschiedet - in die ewigen Jagdgründe. Übrig bleiben die fleißigen Arbeiterinnen, die ziel- und führungslos herumfliegen, auf der Suche nach Nahrung. Denn darauf sind sie programmiert. Und gehen uns dabei tierisch auf die Nerven. Aber nicht nur das. Denn für Allergiker können Wespenstiche lebensgefährlich werden.

Was sind die typische Anzeichen einer Wespenstich-Allergie?

Besonders aufpassen müssen in dieser Jahreszeit also diejenigen, die schon wissen, dass sie auf Insekten- und Wespenstiche allergisch reagieren. Bei denen, die nicht wissen, ob sie allergisch sind, bleibt immer dieses ungute Gefühl: Was, wenn ich auch schon allergisch bin? 

"Ein typisches Anzeichen einer Insektengiftallergie ist, dass wenige Minuten nach einem Stich, bei manchen Patienten schon Sekunden später, Reaktionen auftreten wie Quaddeln, Herzrasen, Luftnot, Kloßgefühl im Hals", erklärt uns Allergologe Dr. med. Thomas Schaefer. "Oft ist in einem solchen Fall der Einsatz eines Notarztes nötig." Ein Wespenstich sei auch deswegen so gefährlich, weil er in Situationen auftreten kann, in denen er nicht erkannt werden kann, zum Beispiel beim Baden im See. "Es sind Fälle bekannt, wo Menschen dabei ertrunken sind."

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Wie wird eine Wespenstich-Allergie festgestellt?

Hat eine Wespe zugeschlagen und das Opfer Symptome einer Allergie gezeigt, sollte dringend ein Allergietest gemacht werden. "Die Diagnose einer Wespenstichallergie ergibt sich zum einen durch die Krankengeschichte des Patienten", so der Allergologe. "Im zweiten Schritt muss eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob der Patient Antikörper gegen Wespengift im Körper hat. In der dritten diagnostischen Stufe wird dann ein Pricktest mit unterschiedlichen Konzentrationen an Bienen- oder Wespengift durchgeführt."

Sollte sich jeder vorsorglich auf eine Wespenstich-Allergie testen lassen?

Bin ich nun allergisch oder nicht? Um die Angst vor den gelangweilten Spätsommer-Terroristen zu mildern, könnte ein vorsorglicher Test eventuell helfen. Aber: "Prophylaktische Testungen werden von Allergologen in der Regel abgelehnt", erklärt uns Schaefer. "Zu einen, weil dadurch eine Allergie erst ausgelöst werden könnte, zum anderen sind prophetische Aussagen ja auch nicht möglich. Wenn ich Ihnen heute sage, dass sie eine bestimmte Allergie nicht haben, heißt das nicht, dass Sie die dann nicht in der nächsten Woche entwickeln." 

Insofern werde davon abgeraten, sich vorsorglich testen zu lassen. Denn durch jeden neuen Insektenstich kann sich eine Allergie erst entwickeln. Um eine Allergie zu bekommen, muss man Kontakt zu dem Allergen gehabt haben.

Was passiert, wenn ich tatsächlich eine Wespenstich-Allergie habe?

Wenn man wirklich eine Insektengift-Allergie hat, dann bekommt der Patient ein sogenanntes Notfall-Set verschrieben, das er ständig bei sich führen muss und das aus verschiedenen Medikamenten besteht. Desweiteren würde man den Patienten empfehlen, eine spezifische Immuntherapie zu machen, also eine sogenannte Hyposensibilisierung. Mit der soll die Überreaktionen des Immunsystems behandelt werden.

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