Wer es wärmer mag, muss in die Berge

Auf den Bergen Plusgrade, während wir im Tal frieren

Unten im Tal lässt sich das Wetter nur eingemummelt mit Winterjacke bestreiten. Beim Gang in die Höhe wird aber schnell klar: Es ist gar nicht mehr so kalt! Was ist da los? Im Normalfall nimmt die Temperatur mit der Höhe ab. Bei der momentanen Inversionswetterlage verhalten sich die Temperaturen aber genau andersherum - auf den Bergen ist es tatsächlich wärmer. Und sonnig! Bei strahlendem Sonnenschein schwenkt der Blick oft über ein Nebeltal hinweg - wie Sie im Video sehen können, ein fast mystischer Anblick.Im Flachland macht sich dagegen die kalte Luft mit teils frostigen Werten breit.

Luftaustausch zwischen oben und unten wird verhindert

Dichter Nebel liegt am 03.11.2015 über dem Bodensee (Baden-Württemberg), während im Hintergrund die Alpen und im Vordergrund der Aussichtsturm auf dem Gehrenberg bei Markdorf (Baden-Württemberg) über der Nebeldecke heraus schauen. Foto: Felix Kästle/
Inversionswetterlage am Bodensee © dpa, Felix Kästle

Wer kein Fan von den tiefen Temperaturen ist, muss tatsächlich rauf in die Berge. Dabei reichen meist schon ein paar hundert Höhenmeter. Der Klassiker für "gelebte Inversionswetterlagen" ist das Donautal und seine Berge. Aktuell liegt der Temperaturunterschied bei bis zu 10 Grad vom Boden in die Höhe. 

Die Inversionsgrenzschicht, auch Sperrschicht genannt, verhindert den Luftaustausch zwischen der Kälte am Boden und der relativen Wärme in höheren Luftschichten. Dementsprechend verbleiben die kalte und feuchte Luft - und leider auch Schadstoffe - am Boden. Smog und Nebel bilden sich, da sich die mit Wasser gesättigte Luft immer weiter abkühlt. Während einer Inversionswetterlage schwächt sich zudem der Wind ab, so dass sich die Inversionsschicht über mehrere Tage halten kann.

Das wird aber aktuell nicht passieren. Die Wetterlage ändert sich schon bald.Dann wird das ruhige Frühwinterwetter weggefegt.