Weltwetter: Unwetter bedrohen neben Europa auch Indien und China

Monsun in Indien
In Indien hat der Sommermonsun eingesetzt. Das Wasser wird dringend benötigt. © dpa, A2800 epa Mughal

Indien: Der Sommermonsun setzt ein

Über dem Atlantik und Pazifik sind keine markanten Entwicklungen für die kommenden Tage zu erwarten. Allerdings hat in einigen Regionen der Erde die Regenzeit begonnen. Signifikante Niederschläge sind vom indischen Subkontinent über Südost- bis nach Ostasien zu erwarten, wenngleich längst nicht die gesamte Fläche betroffen ist. Für Indien ist in den kommenden Monaten der Sommermonsun relevant, dieser setzt im Juni von Südwesten her ein und dauert bis zum Herbst an. Viele Regionen Indiens warten seit mehreren Monaten auf nennenswerte Niederschläge. Dürre ist nach wie vor ein großes Thema. Zumindest für den äußersten Nordosten, den Osten und die küstennahen Bereiche der Südhälfte des Subkontinents werden in den nächsten Tagen wiederholt Regenfälle erwartet. Der Nordwesten ist zunächst nicht betroffen.

Wesentlich weiter südwestlich von Indien werden deutlichere Signale angeboten. So steht dem flächenmäßig zweitgrößten Inselstaat der Welt ein sehr unbeständiger Wochenauftakt bevor. Madagaskar ist in diesem Jahr bereits einige Male von Tropenstürmen mit heftigen Niederschlägen getroffen worden. Zum Wochenbeginn werden wieder kräftigere Niederschläge erwartet, schwerpunkthalber im Norden der Insel. Seit Jahresbeginn herrscht eine rege Aktivität über dem Indischen Ozean im Vergleich zu den anderen Weltmeeren.

Die berühmt-berüchtigte Mei-Yu Front

Mey-Yu Front in Südostasien sorgt oft für Überschwemmungen.
Auch in China drohen sehr kräftige Regenfälle und Gewitter © picture alliance / dpa, Zhong Yang

Kräftigere Niederschläge sind im Bereich einer sich nur langsam verlagernden und wellenden Front über Teilen der Mongolei, dem nordöstlichen China und Teilen des südöstlichen Russlands zu erwarten. Da sich das Frontensystem insgesamt nur langsam bewegt, kann es zu ergiebigem Regen und im Bereich der energiereichsten Luftmasse auch zu starken Gewittern kommen. In den nächsten Tagen gelangt von Norden her kühlere Luft in die Region und das Wetter beruhigt sich zumindest etwas. Grundsätzlich werden aber weiterhin Tiefdruckstörungen erwartet.

Viel Regen droht in weiten Teilen des östlichen und südlichen Chinas, da sich auch in diesem Bereich eine quasi-stationäre Wetterfront befindet. Europäern wenig bekannt, doch von vielen Einwohnern Südostasiens gefürchtet, die sogenannte „Mei-Yu Front“. Es gab bereits Fälle, in denen sich diese Front über einen Zeitraum von zwei Monaten nur unwesentlich verlagert und massive Schäden durch Überschwemmungen und Bergrutsche verursacht hat.

Europa: Hochwassergefahr steigt

Nicht nur in Deutschland wird sich ein Großteil der Bevölkerung nach stabilem Wetter, frühsommerlicher Wärme und längerem Sonnenschein sehnen, denn weiten Teilen des europäischen Kontinents stehen beständig unbeständige Tage bevor.

Durch dominanten Tiefdruckeinfluss ist wiederholt mit Niederschlägen zu rechnen, die durchaus zu einem Anstieg der Hochwassergefahr in einzelnen Ländern beitragen werden. Ansatzweise ruhiges Wetter wird am ehesten noch für Teile Spaniens und den östlichen Mittelmeerraum angeboten. Einheitlicher zeigt sich hingegen das zu erwartende Temperaturniveau: Meist werden Temperaturen im Bereich der Normalwerte oder leicht darunter erwartet, nur in wenigen Regionen ist es zu warm für diese Jahreszeit, vor allem in Teilen Skandinaviens und im späteren Wochenverlauf in Osteuropa.

Quelle: Meteogroup