Immer mehr Weltraumschrott

Einschlag auf dem Mond - Raketentrümmer treffen den Erdtrabanten

von Karim Belbachir

Mit großer Spannung erwarten Astronomen den Einschlag eines Raketenteils auf dem Mond. Der Weltraumschrott wurde ursprünglich einer SpaceX-Mission zugeschrieben, doch Berechnungen der NASA zufolge gehörte sie einer chinesischen Mission an.

Chance für die Wissenschaft

 The surface of the Moon can be seen over the skies of St. Louis on Halloween on Saturday, October 31, 2020. According to the Farmer s Almanac, this is the first time this has occurred since 1944. The celestial event is also the second full moon of O
Der Mond ist übersät mit Meteoritenkratern.

Der Einschlag des Raketenrestes wird gegen 13.25 Uhr unserer Zeit erwartet. Für Wissenschaftler ist es deshalb so interessant, weil in dem neuen Einschlagskrater untere Bodenschichten freigelegt werden, die weder durch Meteore oder der Sonne „verunreinigt“ sind. Einschlagsort ist der Herzsprung-Krater auf der Rückseite des Mondes. Das Ereignis ist also von der Erde aus nicht zu beobachten.

Das soll der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der NASA machen. Die Sonde untersucht und kartographiert seit 2009 unseren Erdtrabanten. Es wird nicht erwartet, dass das Trümmerteil einen großen Krater schlägt, denn dafür ist es zu klein und nicht schnell genug. Trotzdem werden beim Aufprall Bodenschichten freigelegt, die dann bei Tageslicht beobachtet werden können.

Das erste Mal, dass Weltraumschrott ungeplant auf dem Mond abstürzt

Die Zeichnung zeigt Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn im sogenannten Low Earth Orbit (LEO), der bis 2000 Kilometer über der Erdoberfläche reicht (Blick über die Äquatorregion). Satelliten für Telekommunikation, Navigation und Wettervorhersage sind
"Weltraumschrott" - Gefahr aus dem All

Der Mond wird ständig von Meteoren bombardiert. Dementsprechend ist die Oberfläche auch voller größerer und kleinerer Krater. In früheren Missionen wurden sogar geplant Raketenreste auf der Mondoberfläche zum Absturz gebracht, um die Auswirkungen anschließend untersuchen zu können. Es ist jedoch das erste Mal, dass Weltraumschrott ungeplant auf dem Mond landet.

Das ruft aber auch Kritiker auf den Plan, denn immer mehr Weltraumschrott umkreist unseren Planeten und eine richtige Lösung, wie man dem Müll im Weltraum Herr werden kann, ist auch noch nicht gefunden. Gerade im Hinblick auf die in den kommenden Jahren geplanten Mondmissionen ist es wichtig, nicht noch mehr Schrott zwischen Erde und Mond unkontrolliert herumschwirren zu haben.

Woher stammt das Raketenstück denn nun?

Woher das etwa 4 Tonnen schwere Raketenstück nun stammt ist nicht einwandfrei geklärt, aber die Indizien sprechen dafür, dass es sich um ein chinesisches Teil handelt. Anfänglich war der Astronom Bill Gray davon ausgegangen, dass es sich um einen Falcon-9-Raketenbooster einer SpaceX-Mission aus dem Jahr 2015 handele. Mittlerweile sagt er, dass er mehr Hinweise erhalten habe, dass es sich eher um ein verlorenes Raketenstück einer 2014 gestarteten chinesischen Chang’e 5-T1-Mondmission handelt. China hatte zwischendurch dementiert, dass es ein Stück ihrer Rakete ist. Allerdings gibt es weitere Indizien.

Unter anderem hatten Studenten der Universität Arizona das Objekt beobachtet und seine Beschaffenheit analysiert. „Wir haben in Spektrum genommen, das die materielle Beschaffenheit eines Objekts aufzeigt, und es mit chinesischen und SpaceX-Raketen ähnlichen Typs verglichen und es stimmt mit der chinesischen Rakete überein“, sagte Vishnu Reddy, Professor der Uni. Auch die Flugbahn sei zu ungewöhnlich, um von einer SpaceX-Rakete stammen zu können.

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Lösungsansätze im Kampf gegen weiteren Weltraumschrott

Von wem nun letzten Endes das Raketenstück stammt, eines macht es deutlich: Immer mehr Weltraumschrott schwirrt unkontrolliert rund um die Erde und gefährdet zukünftige Missionen. Gerade die geplanten Artemis-Missionen könnten darunter leiden. Aber auch Satelliten könnten von Trümmerteilen getroffen werden. Das Thema wird die Wissenschaftler in Zukunft immer öfter beschäftigen. Die gute Nachricht ist, dass es bereits ein paar Lösungsansätze in Sachen Weltraumschrott gibt.

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(kfb)