Weltklimarat: Maßnahmen, um Klimaerwärmung zu bremsen

Weltklimarat, CO2-Emissionen reduzieren
Der Planet ist noch zu retten, wenn sich die ganze Welt zusammen schließt und gegen Erderwärmung kämpft.

Die Treibhausgas-Emissionen steigen weiterhin bedrohlich an, doch die Wissenschaftler des Weltklimarats sind alles andere als pessimistisch. Aus ihrer Sicht ist das Weltklima noch zu retten. Es gebe noch immer eine Chance, die Erderwärmung in den Griff zu bekommen. Denn Klimaschutz ist möglich und kostet nicht so viel wie befürchtet, so lautet die Hauptaussage des aktuellen Sachstandberichtes des 'Intergovernmental Panel on Climate Change' (IPCC), zu Deutsch Weltklimarat.

In ihrem jüngsten Bericht empfehlen die Wissenschaftler eine schnelle und deutliche Verschiebung von Investitionen: weg von Förderung und Verbrennung von Kohle, Gas und Öl - hin zu klimafreundlichen Energien. Zu den kohlenstoffarmen Technologien zählt der IPCC Wind- und Solarkraft ebenso wie fossile Brennstoffe, die mit einer speziellen Technik verbrannt werden und das dabei anfallende CO2 abgespalten und unterirdisch gelagert wird (CCS). Die Atomenergie zählt ebenfalls dazu, der Bericht des IPCC weist aber ausdrücklich auf deren Risiken hin. Auch Aufforstung gehört dazu - und Energieeinsparung.

Ob es nur der einfache Bürger ist, der das Auto stehen lässt und auf Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel umsteigt oder Energiesparlampen in Bürogebäuden oder eine Industrie, die umdenkt und auf erneuerbare Energien setzt.

Politiker können sich dabei aussuchen, wie sie ihren Weg im Klimaschutz beschreiten wollen, nach Meinung vieler Forscher, können sie aber nicht mehr Nichts tun. Denn das Zaudern wird später einfach zu teuer. Dieser Wechsel zu erneuerbaren Energien ist zudem gar nicht so kostenintensiv, wie viele Menschen vermuten. "Es kostet nicht die Welt, den Planeten zu retten", sagte Ottmar Edenhofer, Co-Vorsitzender des aktuellen IPCC-Berichts. Die Kosten liegen, laut Edenhofer, absolut im Rahmen: "Das ist das, was man sonst sieht, wenn Steuern erhöht werden oder was in einer Finanzkrise passiert."

Es ist möglich, das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad, im Vergleich zur Temperatur vor der Industrialisierung, zu begrenzen, noch zu erreichen. Allerdings ist man davon noch weit entfernt, denn trotz der Bemühungen im vergangenen Jahrzehnt, gab es laut des IPCC zwischen 2000 und 2010 den stärksten Emissionsanstieg der vergangenen 30 Jahre. Um das zu erreichen, müsse die Welt in einem nie dagewesenen Maß zusammenarbeiten. Gerade Deutschland kann mit der angestrebten Energiewende eine Vorreiterrolle einnehmen und auch Vorbild sein, wenn die Energiewende denn gelingt. "Der Hochgeschwindigkeitszug zur Treibhausgasminderung muss jetzt schnell abfahren, und die Welt muss darauf aufspringen", betonte IPCC-Chef Rajendra Pachauri.

"Es mag verlockend sein, heute in neue Kohlekraftwerke zu investieren", sagt Staatssekretär Flasbarth. "Aber das heißt, dass wir sie dann 30 bis 40 Jahre mit uns herumschleppen müssen." Genau dieser Langzeitfaktor ist es, der beim Klimaschutz immer eine Rolle spielt. Wer heute investiert, muss die ferne Zukunft im Blick haben - auch beim Städtebau, bei der Verkehrs- und Landschaftsplanung. Die Fehler fallen der Enkel-Generation auf die Füße.

Keine Regierung kann nun sagen, sie habe das nicht gewusst. Und trotzdem bleibt offen, ob die Welt rechtzeitig die Kurve kriegt. Ohne IPCC-Berichte würde sie sicher ruhiger schlafen, meint Jochen Flasbarth: "Aber das Aufwachen wäre dann furchtbar."