Nach Grasmilbenbiss: Katja Burkard hat Erntekrätze

Welche Insekten lauern im Herbst in Wald und Wiese?

Mutter und Sohn beim Waldspaziergang
Beim Waldspaziergang lauert das ein oder andere Insekt. © iStockphoto

Wenn's nach dem Spaziergang brennt, juckt und beißt

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende, die Blätter färben sich bunt, der Herbst kommt – genau die richtige Zeit für ausgiebige Spaziergänge in Wald und Wiesen. Wenn da nicht das ein oder andere Insekt lauern würde, das uns den Spaß an den letzten Sonnenstrahlen verderben könnte. So wie bei RTL-Moderatorin Katja Burkard. Sie wurde von einer Grasmilbe gebissen. Die Folge: Ihr Fußgelenk ist stark geschwollen, hat sich rot verfärbt und juckt. Um die sogenannte Erntekrätze zu behandeln, muss sie mehrere Tage lang Antibiotikum nehmen. Diese Erfahrung würden Sie sich lieber ersparen? Wir erklären, auf welche Insekten Sie beim Herbstspaziergang achten sollten und wie Sie sich schützen.

Auf welche Insekten sollte man beim Herbstspaziergang achten?

„Wir haben im Allgemeinen eine ganze Reihe Parasiten und Insekten, die uns befallen können. Die häufigsten sind eigentlich die Flöhe, die Bettwanzen, die Grasmilben, aber auch die Zecken“, so Hautarzt Dr. Wolfgang Philipp-Dormston im Interview mit RTL.

Gerade Zecken können mitunter sehr gefährlich werden, da sie die gefährliche Borreliose oder auch FSME übertragen können, erklärt Philipp-Dormston. „Zecken sind typischerweise in der Zeit von März bis Oktober aktiv. Unter sieben Grad plus werden sie dann inaktiv. Und da muss man tatsächlich schauen, dass man sich abends nach einem Spaziergang nach Zecken absucht, denn die Zecken sind so groß, die sieht man mit bloßem Auge.“

Bei Spaziergängen sollten wir neben Zecken vor allem auf Grasmilben achten: „Grasmilben lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit, das heißt, sie sitzen besonders gerne in Bodennähe, in der Regel maximal 30 Zentimeter über dem Boden. Sie lieben Gras, feuchtes Gras und auch Moos. Gerade in solchen Regionen sollte man idealerweise nicht barfuß unterwegs sein“, rät der Dermatologe.

Lese-Tipp: Mücken im Herbst – das hilft gegen Plagegeister und Mückenstiche

Wie können sich Spaziergänger und Jogger schützen?

„Gerade im Herbst sind die Herbstgrasmilben sehr aktiv. Das heißt, man sollte es, genau wie man es auch zur Vorbeugung bei Zecken macht, möglichst geschlossenes Schuhwerk tragen, die Socken hochziehen, und man kann zusätzlich auch noch mit Insektenrepellents arbeiten, ähnlich einem Mückenspray, was man sich auf die Beine sprüht, damit die Grasmilben gar nicht an einem hochlaufen“, rät Philipp-Dormston.

Woran kann man gefährliche Bisse erkennen?

„Es ist ganz normal, dass Herbstgrasmilbenbisse rot sind und jucken“, erklärt Philipp-Dormston. Diese könne man dann laut dem Mediziner mit kühlenden Gelen, zum Beispiel Soventol- oder Fenistil-Gel behandeln oder kühlende Umschläge machen, einfach um den Juckreiz zu lindern.

„Wenn es aber zunimmt, sich überwärmt, größer wird, dann geht man von einer bakteriellen Super-Infektion aus. Dann sollte man den Arzt aufsuchen“, rät Philipp-Dormston. „Wenn man sich nicht ganz sicher ist und einen hellen Kreis hat, der sich langsam entwickelt, dann kann auch eine Zecke dahinterstecken. Auch das sollte vom Arzt abgeklärt werden.“ (akr)