Weiße Ostern versus weiße Weihnachten

Meteorologischer Alleskönner

Das Osterfest ist meteorologisch gesehen ein absoluter Alleskönner. Von sommerlichen Temperaturen jenseits der 25 Grad bis hin zu Bibber-Ostern und Eiersuche im Schnee ist alles dabei. Selbst die Schneewahrscheinlichkeit zu Ostern ist in manchen Jahren größer als zur Weihnachtszeit. Weiße Ostern wahrscheinlicher als weiße Weihnachten? Das kann passieren und liegt natürlich daran, dass der Ostertermin extrem variabel ist. Nämlich vom 22. März bis zum 25.April – Das Zeitfenster für den Ostersonntag ist riesig und das Wetter ist ebenso facettenreich: Von Schnee und Nachtfrost bis hin zu sattem Sommerfeeling mit viel Sonne. Hier sind die Oster-Wetter-Extreme. 

Gesäßkalt und eingeschneit - die kältesten Ostern

Die niedrigsten Temperaturen in Grad Celsius zum Ostersonntag
Die niedrigsten Temperaturen in Grad Celsius zum Ostersonntag © RTL Interactive, Brigitta Scheer

Wenn man ins Wetterarchiv der letzten sieben Jahrzehnte zurückblickt, dann fallen schon einige ziemlich kalte Jahre auf. Um es nicht zu kompliziert zu machen, nehmen wir dabei als Stichtag die winterlichsten Ostersonntage. Und hier sind die Spitzenreiter der Kategorie „Weiße Ostern“ in ausgewählten Städten in Sachen Tageshöchstwert und Schneehöhe: 

  • Hamburg: Kältester Ostersonntag mit einem Tageshöchstwert von 2 Grad 1964
    Höchste Schneedecke: 5 cm am Ostersonntag 1975 

  • Berlin: Kältester Ostersonntag mit einem Tageshöchstwert von 2 Grad 1977/2008/2013/2018
    Höchste Schneedecke: 9 cm Ostersonntag 2013 

  • Köln: Kältester Ostersonntag mit einem Tageshöchstwert von 4 Grad 2008
    Höchste Schneedecke: 1 cm Ostersonntag 1951 

  • Frankfurt: Kältester Ostersonntag mit einem Tageshöchstwert von 1 Grad 2008
    Höchste Schneedecke: 1 cm Ostersonntag 2001 
  • München: Kältester Ostersonntag mit einem Tageshöchstwert von 1 Grad 2013
    Höchste Schneedecke: 16 cm Ostersonntag 1977 

Demnach ergeben sich deutschlandweit betrachtet einige sehr unterkühlte Osterfeste. Besonders kalt war es 1951, 1964, 1970, 1975, 1977, 2008 und 2013. 

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Die Temperaturrekorde in Grad Celsius zum Ostermontag
Die Temperaturrekorde in Grad Celsius zum Ostersonntag © RTLinteractive, Brigitta Scheer

Auf der anderen Seite hat das Osterfest auch schon mal gerne sommerliche Aussichten am Start. Das gilt natürlich für die eher späten Ostertermine im April. Hier also die Gewinner aus der Kategorie „Heißeste Ostern“ seit 1950 für ausgewählte Städte: 

  • Hamburg, Wärmster Ostersonntag: 26 Grad 1952
    Wärmster Ostermontag: 24 Grad 1952 

  • Berlin, Wärmster Ostersonntag: 30 Grad 2000
    Wärmster Ostermontag: 24 Grad 1952 und 2000 

  • Köln, Wärmster Ostersonntag: 26 Grad 2011/2019
    Wärmster Ostermontag: 26 Grad 2019 

  • Frankfurt, Wärmster Ostersonntag: 26 Grad 2011
    Wärmster Ostermontag: 26 Grad 1962 und 2019 

  • München, Wärmster Ostersonntag: 26 Grad 1962
    Wärmster Ostermontag: 26 Grad 1962 

Wenn man es deutschlandweit betrachtet, dann erlebten wir frühsommerliche bis sommerliche Ostern beispielsweise 1952, 1962, 2011 und 2019.

Heiß oder kalt: Was ist denn zu Ostern normal?

Angesichts dieser Spannbreite ist es schwierig das normale Osterwetter zu finden. Aber es lässt sich durchaus feststellen, welche Temperaturen uns die Osterfeste am häufigsten gebracht haben. Und das sind die Werte, die uns Ende März bis Mitte April auch klimatologisch gerne mal bringen. Nämlich zwischen 10 und 15 Grad. Gerade bei den frühen Osterterminen war es zum Teil auch deutlich darunter. Damit geht es Ostern wie Weihnachten: Weihnachten ist gar nicht so häufig winterlich und Ostern ist gar nicht so oft warm, sondern tendenziell sogar eher kühl und manchmal sogar winterlicher als die Weihnachtszeit. Wie der aktuelle Wettertrend zu Ostern ist, das gibt’s hier.