Besinnlichkeit in der Pandemie

Weihnachtsmarkt trotz Corona? Das planen die deutschen Städte

Weihnachtsmarkt in Berlin
Aktuell ist geplant: Die Weihnachtsmärkte in Berlin sollen trotz Corona stattfinden. © iStockphoto, anyaivanova

Damit Weihnachtsmärkte stattfinden können: Städte planen individuelle Hygiene-Konzepte

Ein Weihnachtsmarkt-Besuch, das heißt für viele Deutsche: Würstchenbuden, Glühweinduft und Krippenspiele – und viel Besinnlichkeit. Doch müssen wir aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr darauf verzichten? Bisher ist der Plan vieler Städte: Die Weihnachtsmärkte sollen auch in diesem Jahr stattfinden – wenn auch unter anderen Bedingungen als in den Vorjahren. Individuelle Konzepte sollen helfen, Infektionen zu verhindern.

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus können Sie im Liveticker auf RTL.de nachlesen +++

Christkindlesmarkt: Einbahnstraßensystem und Essen nur zum Mitnehmen

Trotz großer Unsicherheiten bereiten sich die bayerischen Städte auf die Weihnachtsmarktsaison vor - neben München und Augsburg auch der berühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg. Die größte Herausforderung werde sein, die Besucherströme zu lenken, sagte der Nürnberger Wirtschaftsreferent Michael Fraas. Dafür soll eine Art Einbahnstraßensystem mit vorgegebener Laufrichtung eingeführt werden. Anstatt die traditionellen „Drei im Weckla“ an der Bude zu genießen, soll es Essen und Trinken nur zum Mitnehmen geben. Ein Sprecher der Stadt Augsburg teilte mit, „dass die Stände auf möglichst viele Plätze in der Innenstadt verteilt werden“. So wolle man großes Gedränge vermeiden.

Berlin: Vieles wie gehabt - nur eben etwas anders

Ein 400 Meter langer Lichtteppich aus 150 Buden, einem 20 Meter hohen Weihnachtsbaum und bunten Christbaumkugeln schmückt normalerweise den Berliner Breitscheidplatz zur Adventszeit. Nach Angaben des Veranstalters soll das nach derzeitigem Stand auch in diesem Jahr so sein - eventuell in einer etwas anderen Form.

Weihnachtsmarkt in Sachsen? „In diesem herausfordernden Jahr erst recht!“

In Sachsen will man auf die Stollenbäcker und Bergparaden im Erzgebirge nicht verzichten. „In diesem herausfordernden Jahr erst recht“, sagte der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU). Klar fänden die Märkte unter anderen Bedingungen als in den Vorjahren statt, sie sollten aber wie immer „das heimelige Gefühl und vorweihnachtliche Stimmung“ verbreiten, betonte Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU).

Einen Großteil der Sachsen dürfte das freuen, denn ihre Liebe zum Weihnachtsmarkt wiegt mehr als die Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus. 57 Prozent sagten in einer Befragung für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), dass sie sich trotz der Pandemie vorstellen könnten, am Jahresende einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Knapp jeder Dritte würde lieber verzichten.

Räumliche Entzerrung in Mainz

In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz soll der Markt räumlich entzerrt werden. Zusätzlich seien Einlasskontrollen und Maskenpflicht denkbar, auch wenn das die weihnachtliche Stimmung trübe, sagt ein Sprecher.

Köln bleibt vorsichtig pessimistisch

Etwas pessimistischer äußerte sich derweil Monika Flocke von der Kölner Weihnachtsgesellschaft. Das Weihnachtsmarkt-Erlebnis sei ja auch mit Enge und Gedränge verbunden. Wenn man bis zum nächsten Besucher einen weiten Abstand einhalten müsse, könne die gewohnte Atmosphäre kaum aufkommen. „Was man dann veranstalten würde, wäre kein klassischer Weihnachtsmarkt.“ In Düsseldorf hingegen geht man weiterhin davon aus, dass die Weihnachtsmärkte unter Berücksichtigung der Hygieneregeln planmäßig stattfinden werden.

Stuttgart, Hannover, Frankfurt am Main warten auf Entwicklung der Infektionszahlen

In anderen Städten ist bislang noch völlig unklar, ob es in rund vier Monaten ein geselliges Beisammensein zwischen Holzbuden und Tannen geben wird - darunter Stuttgart, Hannover und Frankfurt am Main. Letztendlich hänge alles von der Entwicklung der Infektionszahlen ab, teilten Sprecher mit. Wenn man plane, dann nur mit Vorsicht.

Fest steht: Die Märkte sind für viele Städte und Gemeinden nicht nur Kulturgut sondern auch Wirtschaftsfaktor. Oft hängen Zehntausende Arbeitsplatze davon ab. Hotels und Gaststätten machen einen Großteil ihres Umsatzes im Weihnachtsgeschäft. Daher laufen auch vielerorts die Planungen, um eine gemütliche Weihnachtssaison trotz Corona zu ermöglichen. Eine Weihnachtssaison wie immer - und doch ganz anders.

Quelle: DPA/RTL

Video-Playlist: Alles, was Sie jetzt über das Coronavirus wissen müssen