Dem Tannengrün geht die Puste aus

Weihnachten 2020: Adventskranz teurer wegen Dürre?

Adventskranz
Der Adventskranz macht die Vorfreude auf Weihnachten noch größer. In diesem Jahr könnte er teurer werden. © deutsche presse agentur

Tannenbraun für den Adventskranz

Weihnachten wird in diesem Jahr noch spannend. Besuche auf Weihnachtsmärkten und Einkaufsbummel dürften durch Corona-Maßnahmen eingeschränkt werden oder gar nicht möglich sein, Reisen und größere Weihnachtsfeiern können ausfallen. Viele werden versuchen, es sich zu Hause gemütlich zu machen. Dazu braucht man natürlich viel Tannengrün beispielsweise für den Adventskranz. Leider macht sich die lange Dürre in Deutschland bei vielen Tannen und Fichten bemerkbar. Die Zweige sind braun statt grün.

Tannenbraun statt Tannengrün für den Adventskranz

Das Tannengrün, aus dem die Kränze gebastelt werden, leidet sehr unter der langen Trockenheit. Das Schnittgrün für unsere Adventskränze kommt nämlich von älteren Tannenbäumen, die jetzt bereits den dritten Dürresommer in Folge in den Zweigen stecken haben und denen so langsam die Puste ausgeht. 

Die Tannenbäume für dieses Weihnachtsfest haben gerade noch genug Wasser abbekommen. Sie sind wenige Jahre alt und haben auch noch nasse Jahre erlebt. Für die nächsten Weihnachtsbaumgenerationen sieht es aber schon wesentlich schlechter aus. 

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Braune statt grüne Nadeln im Adventskranz will niemand haben.

Preiserhöhung bei Adventskränzen

Das könnte bedeuten, dass die Vorweihnachtszeit dieses Jahr unseren Geldbeutel noch mehr belastet als sowieso schon.  

Eberhard Hennecke, der eine Weihnachtsbaumplantage betreibt, sagt dazu: "Schlechtere Qualitäten dürfen nicht geliefert werden, das würde der Verbraucher sicherlich nicht wünschen. Auf der anderen Seite ist natürlich, dass Mengenprobleme auftreten können. Und wenn damit eine Preiserhöhung beim Tannengrün durchzusetzen sein müsste, dann könnte das dieses Jahr der Fall sein."

Auf den Adventskranz folgt der trockene Weihnachtsbaum

Aufgrund der Trockenheit haben die Bäume weniger Wasser gespeichert. Das könnte im Wohnzimmer zum rieselnden Tannenbaum führen. Das oberste Gebot ist daher: Wässern, wässern, wässern. Zwischen 1,5 bis 2 Liter Wasser brauchen Tannenbäume pro Tag. Auch eine tägliche Dusche mit der Sprühflasche kann laut Experten helfen.

Weihnachtsbaum-Irrsinn: Bei uns gibt's vier verschiedene Steuersätze für Tannenbäume

Weihnachten 2020: Dürre macht Adventskranz teurer
Ein trauriges Bild gibt derzeit der Tannengrün-Nachwuchs für Adventskranz und Weihnachtsbaum ab.

Klimaschutz und Weihnachten: Sind Adventskranz & Co. noch zeitgemäß?

In den acht bis zehn Lebensjahren eines Weihnachtsbaumes entzieht der Baum der Atmosphäre beim Wachsen durchgehend CO2 - und produziert gleichzeitig Sauerstoff. Die Herstellung eines Christbaumes läuft somit nahezu CO2-neutral.

Kauft man einen regionalen Baum, macht auch der Transport den ökologischen Fußabdruck nicht übermäßig groß. Perfekt ist natürlich ein Weihnachtsbaum mit einem Siegel wie Bioland, FSC, PEFC oder Naturland – so kann man sicher sein, dass er ohne Unkrautvernichtungsmittel gewachsen ist.

Das passiert mit ausgedienten Weihnachtsbäumen

Spannende Fakten zum deutschen Weihnachtsbaum


  • Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in Deutschland.
  • Kleine Bäume (1,50 bis 1,75 Meter) sind zunehmend gefragt.
  • Dem Verband "Natürlicher Weihnachtsbaum" zufolge stammen rund 90 Prozent aus heimischem Anbau. Nur etwa zehn Prozent der Bäume werden importiert, vor allem aus Dänemark.
  • Regionalität wird groß geschrieben. 30 Prozent der Bäume werden tatsächlich direkt beim Bauern um die Ecke, 30 Prozent beim Straßenhandel und der Rest in Baumärkten oder Gartenmärkten gekauft. 
  • Ein Drittel aller Weihnachtsbäume bundesweit kommt aus dem Sauerland.
  • Auch Online-Händler bieten inzwischen Weihnachtsbäume an. 
  • Am beliebtesten ist die Nordmanntanne, die mittlerweile rund drei Viertel aller Weihnachtsbäume ausmacht.

Grüne oder weiße Weihnachten? Die aktuellen Trends in der wetter,.de-App

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