Verheerende Zustände

Was wäre, wenn der Hurrikan "Dorian" über Deutschland ziehen würde?

Derzeit sucht Hurrikan "Dorian" die Bahamas heim. Der Inselstaat hat ein solches Katastrophenszenario noch nicht gesehen. Der Hurrikan hängt mehr oder weniger stationär über dem einstigen Inselparadies fest und bringt Tod, Verwüstung und unfassbare Zerstörung. Nun stellen Sie sich einmal vor, dieses Monster würde über Deutschland wüten. 

Fast der doppelte Jahresniederschlag von Berlin

Wir haben einmal mit unseren Rechner ein bisschen gespielt, und den Hurrikan über Deutschland gelegt. Dazu ein paar Zahlen, die uns Mitteleuropäer die Nackenhaare aufstellen lässt: Locker 1.000 Liter Regen brachte Dorian in den zurückliegenden Tagen auf den Quadratmeter. Genaue Messungen sind leider wegen der verheerenden Umstände nicht möglich. 

Zum Vergleich: In Berlin fallen im Jahr circa 600 Liter Niederschlag. Das heißt: Auf den Bahamas fiel nahezu die doppelte Niederschlagsmenge der Jahressumme von Berlin - in nur ein paar Tagen.

Und dann das Ausmaß: Der Hurrikan passt ziemlich genau in das Viereck Hamburg - Berlin - München - Köln. Das heißt, weite Teile Deutschlands würden unter dem Sturm liegen. Und auch in den Randgebieten wären Wind und Niederschlag immer noch verheerend. Weil die Zuggeschwindigkeit so niedrig ist, kommen diese enormen Regenmengen zusammen.

200 km/h sind für Hurrikan "Dorian" eine Kleinigkeit

Was ist mit der Windstärke? Horror-Orkan "Kyrill" brachte im Januar 2007 Windböen von 225 km/h mit sich. 2018 blies "Friederike" auf dem Brocken mit 204 km/h. "Kyrill" hinterließ eine furchterregende Schneise von Nordirland bis nach Weißrussland. Er legte das öffentliche Leben in Mitteleuropa mehr oder weniger lahm.

200 km/h sind für Hurrikan "Dorian" eine Kleinigkeit. Es wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h gemessen. "Kyrill" zog 2007 innerhalb von 24 Stunden von Irland bis ins Baltikum. "Dorian" verharrt einfach auf der Stelle. Nun stellen Sie sich vor, was das für uns hieße: Ein Sturm, der alles lahm legt, der ganze Wälder zu Kleinholz macht, tobt 24 Stunden an Ort und Stelle. Es ist schlichtweg unvorstellbar, was für Zerstörungen ein solcher Sturm an unserer Infrastruktur anrichten würde.