Was treibt eigentlich unser Wetter an?

Was treibt eigentlich unser Wetter an?
Sonneneruptionen beeinflussen das Wetter © picture alliance / Photoshot

Es wird immer der Ausgleich hergestellt

Die Sonne sendet enorme Mengen an Strahlung aus, die zum Teil auch zu uns auf die Erde gelangt. Diese kurzwellige Strahlung trifft am Tage auf die Erde und ihre Atmosphäre. Ein Teil davon wird von Teilchen in der Atmosphäre, von den Wolken oder von der Erdoberfläche reflektiert und wieder zurück ins Weltall geschickt. Der restliche Anteil der Sonneneinstrahlung wird von der Atmosphäre, den Wolken und der Erdoberfläche absorbiert, also aufgenommen und in Form von Wärme gespeichert. Dadurch erwärmen sich die Atmosphäre und die Erdoberfläche.

In der Nacht kehren sich die Verhältnisse um. Atmosphäre und Erdoberfläche strahlen die Wärme, die sie tagsüber gespeichert haben, in Form von langwelliger Wärmestrahlung wieder aus. Diese Energie wird zum Teil wieder ins Weltall abgegeben. Ein Teil der langwelligen Ausstrahlung wird aber auch von Bestandteilen der Atmosphäre absorbiert, insbesondere die Wolken wirken wie eine Decke und reduzieren die nächtliche Ausstrahlung. Es wird also nicht die gesamte Energie, die tagsüber eingestrahlt wurde, nachts wieder abgegeben - dieser Effekt ist auch als (natürlicher) Treibhauseffekt bekannt.

Auf der Erde herrschen keine ausgeglichenen Bedingungen: Durch die Neigung der Erdachse und die Drehung der Erde im Laufe eines Jahres um die Sonne kommt es zu einer unterschiedlichen Einstrahlung auf der Erdoberfläche in Abhängigkeit vom Ort und der Position der Erde auf der Umlaufbahn um die Sonne - also von der Jahreszeit. Übers Jahr gemittelt ergeben sich Unterschiede in der Energiebilanz, wenn man die eingestrahlte und ausgestrahlte Energiemenge entlang eines Längengrades vergleicht.

Am Äquator herrscht ein Energieüberschuss, es wird also mehr Energie eingestrahlt als wieder abgegeben wird. An den Polen der Erde wird dagegen ein Energiedefizit registriert - da hier während der Polarnacht die Einstrahlung stark reduziert ist bzw. für einen bestimmten Zeitraum keine Sonneneinstrahlung stattfindet. Die Ausstrahlung überwiegt also die Einstrahlung.

Da die Atmosphäre bestrebt ist, diese Unterschiede auszugleichen, kommt es zu Ausgleichsbewegungen zwischen Äquator und Polen in Form von Luft- und Meeresströmungen. Die Luftströmungen, die den Wärmeausgleich schaffen, finden sowohl horizontal als auch vertikal statt und führen zur Entstehung von bestimmten Zirkulationsmustern. In unseren Breiten gehören dazu auch Hoch- und Tiefdruckgebiete, die Wärme nach Norden und Kälte nach Süden schaufeln und so den Energieausgleich zwischen Nordpol und Äquator aufrechterhalten.

Antrieb für das Wetter sind also die unterschiedlichen Einstrahlungsverhältnisse auf der Erde. Ein wichtiger Bestandteil zum Ausgleich dieser Unterschiede sind Hochs und Tiefs, die dabei unser Wetter ‚produzieren‘.

Quelle: DWD