Was sind die Eisheiligen? Wann finden sie 2020 statt?

Die Eisheiligen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia
Die Eisheiligen im Mai sind wegen möglicher Frostschäden an der Vegetation immer noch gefürchtet. © dpa, Stephanie Pilick

Wann sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen, auch gestrenge Herren genannt, waren Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Sie heißen Mamertus, Pankratius und Servatius. Meist werden sie noch ergänzt durch Bonifatius und - als weibliche Komponente - durch die Sophia. Die "kalte Sophia" oder auch "kalte Sofie" hat in Sachen Bekanntheit die Herren mittlerweile überflügelt. Als Eisheilige werden die Tage vom 11.-15. Mai bezeichnet.

Die Kälteeinbrüche im Frühjahr sind immer noch gefürchtet

Der Begriff ist historisch gewachsen. Er entstand aus der Beobachtung, dass es im Frühjahr jährlich in der zweiten Maidekade des öfteren zu Kaltlufteinbrüchen kam.

In Norddeutschland gelten die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden und Südosten Deutschlands kommt noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofie) hinzu, wohingegen der 11. (Mamertus) hier nicht gültig ist.

Diese eintägige Differenz beim Beginn der "Eisheiligen" erklärt sich aus dem Zeitraum, den die Kaltluft bei Eintritt der Nord-Wetterlagen benötigt, um von Nord nach Süd vorzudringen.

Kaltlufteinbrüche können in dieser Zeit in allen Gegenden Mitteleuropas noch Frost bringen. Die Vegetation bekommt dann häufig Frostschäden ab. Die Wetteraufzeichnungen deuten an, dass die mitteleuropäischen Kaltlufteinbrüche der zweiten Maidekade in der nahen Vergangenheit (19./20. Jahrhundert) häufiger und intensiver eingetreten sind als in der Gegenwart.

Die besondere Bedeutung der Eisheiligen ergibt sich aus der Tatsache, dass der Polarlufteinfluss in eine kritische, d.h. frostempfindliche Vegetationsperiode fällt, wobei die Frostgefahr hauptsächlich durch die nächtliche Auskühlung besteht. In den letzten Jahren aber sind die stark frostgefährdeten Vegetationsperioden etwas früher als im vieljährigen Mittel eingetreten (evtl. Indiz für die globale Klimaerwärmung), so dass sich nun die "Eisheiligen" gegenüber vorher auftretenden Kälteperioden (z.B. Ende April) nicht mehr so stark auf die Vegetation auswirken.

Mit Material vom DWD.