Warum tut sich der Winter im Januar so schwer?

Januar fast ohne Schnee und Frost

Das fing doch alles so gut an mit dem Winter. Anfang Dezember, häufig bis nach dem 2. Advent, gab es zum Teil sogar bis ins Flachland zweistellige Schneehöhen zu vermelden. Dann gab es das obligatorische Weihnachtstauwetter, das uns fast immer erwischt. Auch noch zu verkraften. Und was passiert dann? Der Winter geriet völlig aus der Kälte- und Schneespur. Richtung Silvester sind rekordverdächtige 16 Grad gemessen worden und auch die ersten Januartage starten mit 5 Grad mehr als im Durchschnitt. In den USA und Kanada hingegen ein ganz anderes Bild. Denn dort zittern die Menschen vor dem nächsten Eissturm. Dann werden wieder Tiefstwerte zwischen -20 und -40 Grad erwartet!

Warum ist der Winter in den USA derzeit so eisig und bei uns so mild?

Bilder des Tages A pedestrian bundled up for cold weather walks by the frozen fountain in Bryant Park in below freezing temperatures in New York City on January 3, 2018. A massive winter storm called a bomb cyclone is set to batter the Northeast this
Im Nordosten und Norden der USA sowie in großen Teilen Kanadas sinken die Temperaturen nachts wieder verbreitet auf minus 20 bis an die minus 40 Grad. © imago/UPI Photo, JOHN ANGELILLO, imago stock&people

Das ist eine Konstellation, die wir schon in den letzten Wintern oft hatten. Dem eisigen Arktikgebläse über Nordamerika steht als Antagonist sehr häufig eine starke atlantische Wetter-Zirkulation gegenüber. Und die bringt uns von Westen und Südwesten her immer wieder teils kräftige Tiefdruckgebiete mit milder Luft. Erst in der nächsten Woche wird die atlantische Zirkulation schwächer, so dass es bei uns endlich mal ruhiger weitergeht.

Woher kommen diese extremen Unterschiede? Schließlich sind die USA doch wohl nicht weiter im Norden als Deutschland

So ist es. Neufundland und Frankfurt liegen in etwa auf einer Höhe. Die großen Seen sind in etwa auf einer Linie mit den Alpen. Den Unterschied macht in diesem Fall der nordamerikanische Kontinent, über den die Luft aus den polaren Breiten unverändert kalt nach Süden strömen kann. Bei uns liegt hingegen oft der Atlantik mit dem milden Golfstrom dazwischen. Die Polarluft aus Norden und Nordwesten erreicht uns somit angewärmt durch das milde Oberflächenwasser. Anders verhält es sich bei Ostwinden, die auch uns kalte Festlandsluft bringt. Jedoch ist diese meistens trocken-kalt und somit selten mit Schnee verknüpft. Wie es in den nächsten vier Wochen weitergeht, gibt es in unserem 30-Tage-Wetterblick!

Björn Alexander und Oliver Hantke