Warum der Saharastaub für den Regenwald lebenswichtig ist

Regen macht aus Saharastaub Blutregen
Regen macht aus Saharastaub Blutregen Animation: So kommt der Wüstensand zu uns 00:30

Der Sand der Sahara ist sehr nährstoffreich

Jetzt kommt auch noch Saharastaub nach Deutschland! Das ist doch bestimmt dieser Klimawandel Schuld. Nein! Saharastaub in Deutschland ist kein neues Phänomen. Unter bestimmten Druckkonstellationen sorgt eine Höhenströmung in der mittleren Troposphäre zwischen zwei und sieben Kilometern dafür, dass der Staub aus Afrika bis nach Europa gelangt. Was bei uns zu schmutzigen Autos und Fensterbänken führt, ist für andere Regionen alles andere als nervig, sondern unerlässlich fürs Ökosystem.

Exportschlager Saharastaub

Exportschlager der Sahara ist seit Jahrtausenden ihr nährstoffreicher Boden – mit Schwerpunkt Südamerika. Die globale Passatwinddrift transportiert den Staub beispielsweise zu den Regenwäldern des Amazonas und düngt den nährstoffarmen Boden dort mit unter anderem Phosphor, Eisen, Calcium und Magnesium. Die Wüste ist nämlich keineswegs Wüste, weil sie nährstoffarm ist, sondern weil sie trocken ist. Mit Regen blüht und sprießt es auch dort – und zwar blitzschnell. 

Wichtig für den Planeten, nervig für Autobesitzer

Der Saharastaub kommt aus einem ehemaligen See

Es ist nämlich genau umgekehrt, als man beim ersten Anblick meinen könnte: Die Böden in tropischen Regenwäldern wie am Amazonas sind alles andere als fruchtbar. Hohe Temperaturen und Niederschlagsmengen führen dazu, dass sich organisches Material wie Blätter und andere Pflanzenteile nicht zu einer dicken Humusschicht entwickeln können, sondern schnell zersetzt oder weggespült werden. Der Boden der Sahara dagegen ist nährstoffreich. Dort, wo heute die Zentralsahara ist, erstreckte sich früher ein riesiger Süßwassersee – eine extrem fruchtbare Gegend. Durch Verwitterung und Erosion sind die lebenswichtigen Bestandteile zu kleinsten Partikeln verarbeitet, die tausende von Kilometern transportiert werden können.