Deutschland mitten im Indian Summer

Wann und warum verfärbt sich das Laub?

Darum werden die Blätter gelb und rot

Nichts ist typischer für den Herbst als Blätter, die sich langsam von grün zu gelb und rot verfärben und herunterfallen, ein echter Indian Summer also. Doch wieso ändert das Laub eigentlich im Herbst seine Farbe – und wann fallen die Blätter von den Ästen?

Indian Summer braucht kalte Nächte

Damit sich die Blätter verfärben, brauchen die Bäume ein paar klare Voraussetzungen:

  • Niedrigen Sonnenstand, kürzere Tage 
  • Nächtlichen Temperaturen im einstelligen Bereich
  • Mehrere sehr kühle Nächte hintereinander

Ist es soweit, wird das in den grünen Blättern vorherrschende Chlorophyll schneller abgebaut, das heißt der Baum zerlegt das Chlorophyll in seine Bausteine und holt es in die dicken Äste und den Stamm zurück. Dort werden sie bis zum nächsten Frühjahr eingelagert und dann wiederverwertet. Blattverfärbungen stellen sich also nicht nur aufgrund der kürzeren Tage ein, sondern auch im Zusammenhang mit der aktuellen Witterung.

Wie das Wetter weitergeht, erfahren Sie im 7-Tage-Trend.

Vollherbst: Die Früchte fallen

Wann und warum verfärbt sich das Laub?
Der Baum zerlegt das Chlorophyll in seine Bausteine und holt es in die dicken Äste und den Stamm zurück - die Blätter verlieren die grüne Färbung. © picture alliance / R. Goldmann, Ralph Goldmann

Die Phänologie befasst sich mit Einfluss der Witterung auf die jahreszeitlichen Entwicklungsphasen der Pflanzen. Danach hat der Vollherbst durch den Beginn des Fruchtfalls der Stiel-Eiche und der Rosskastanie schon angefangen. In den Jahren 1981-2010 fiel diese Phase in Deutschland in die Zeit um den 19. September. Die Tage zum Ende des Vollherbstes hin werden mit dem Beginn der Blattverfärbung von Obstgehölzen und wildwachsenden Bäumen in Zusammenhang gesetzt.

Spätherbst: Das Laub fällt ab Oktober

Der dem Vollherbst folgende Spätherbst beginnt statistisch gesehen am 16. Oktober Ds erkennt man an der Blattverfärbung der Stiel-Eiche. Definiert man nun zwei Hälften des Vollherbstes, so liegt etwa der 2. Oktober in der Mitte. Dieser Termin markiert mehr oder weniger das Datum, an dem die Blattverfärbung in Deutschland beginnt. 

Kriegen wir noch einen Goldenen Oktober? Im 42-Tagetrend schauen wir langfristiger aufs Wetter.

Der früheste und der späteste Herbst

Ein teils bräunlich gefärbtes Eichenblatt
Der Herbst legt los: Ein teils bräunlich gefärbtes Blatt einer Eiche . © deutsche presse agentur

Der früheste Vollherbstbeginn seit 1951 wurde am 10. September 2007 beobachtet, wobei damals etwa am 24. September die Blattverfärbung einsetzte. Den spätesten Vollherbstbeginn gab es am 28. September (1962, 1991), wobei in diesen beiden Jahren hochgerechnet um den 11. Oktober die Blattverfärbung begann. Interessanterweise zeigt der lineare Trend des mittleren Eintrittsdatums des Vollherbstes seit 1951, dass dieser immer früher im Jahr liegt. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Blattverfärbung im Allgemeinen zwischen dem 24. September und dem 11. Oktober beginnt.

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Der Spätherbst wird nicht nur von der Blattverfärbung der Stiel-Eiche markiert, sondern auch vom Laubfall vieler wild wachsender Bäume (z. B. der Eberesche). Als Mittelwert von 1981 bis 2010 hat sich der 16. Oktober herausgestellt. Damit dauert es etwa zwei Wochen, bis nach der Blattverfärbung der Laubfall beginnt. Besonders früh, bereits am 9. Oktober, begann dieser 2002. Späte Jahre waren 1991 und 2006, in denen der Laubfall erst am 20. Oktober einsetzte. Der lineare Trend des mittleren Eintrittsdatums des Spätherbstes zeigt, dass dieser - entgegen des Trends beim Vollherbst - immer später im Jahr liegt.

Herbst-Bauernregel will den Winter vorhersagen

Die alte Bauernregel, die besagt: "Hängt das Laub bis November hinein, wird der Winter lange sein" lässt sich übrigens nicht belegen. Sie steht wissenschaftlich auf sehr wackeligen Beinen. Wie der Winter wird, können uns die Bäume also auch im Vollherbst leider noch nicht verraten.

So wird der Winter laut NOAA-Vorhersage

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