Wandern bei jedem Wetter

Wandern in den Bergen
Wandern macht Spaß und ist gesund. © dpa, Sven Hoppe, shp rho

Mit diesen Tipps erleben Sie beim Bergwandern keine böse Wetter-Überraschung

Ein Wetterumschwung kann im Gebirge recht schnell gefährlich werden. Schien am Vormittag im Tal noch die Sonne von einem strahlend blauen Himmel, kann das in den Bergen am Nachmittag schon völlig anders aussehen (Fernglas mitnehmen, um den Himmel zu beobachten). Mit diesen Tipps sind Sie für alle Eventualitäten gewappnet und erleben beim Bergwandern keine böse Wetter-Überraschung.

UV-Schutz ist in den Bergen unverzichtbar

Unabhängig von der Jahreszeit gehört zum Wandern in den Bergen auf jeden Fall die Sonnenmilch ins Gepäck. Denn wer sich draußen bewegt, bekommt auch UV-Strahlen ab und sollte sich unbedingt vor einem Sonnenbrand schützen. Wenn man außerdem noch ins Gebirge steigt, wird die Gefahr durch die Sonnenstrahlen sogar noch größer. Mit jedem Höhenmeter wird die schützende Luftschicht in der Atmosphäre dünner, welche die UV-Strahlen aus dem Sonnenlicht filtert. Als Faustformel gilt: Pro 100 Höhenmeter nimmt die Strahlung um gut 20 Prozent zu. Selbst bei Bewölkung dringt noch genügend Sonne durch, um ungeschützte Haut zu schädigen. 

Achten Sie auf richtige Kleidung – in der Höhe ist es kühler

25 bis 30 Grad im Tal verführen schnell dazu, mit dünner Jacke und kurzer Hose loszuwandern. Doch bedenken Sie, dass die Temperatur mit jedem Höhenmeter abnimmt. Sommerliche Bekleidung kann in luftiger Höhe deutlich zu wenig sein. Übrigens, Sie können die Temperatur auf den Bergen sogar selbst abschätzen. Befinden Sie sich am Fuße eines Berges oder an der Seilbahnstation in 1.500 Meter Höhe und wollen bis auf 2.500 Meter hinauf, können Sie davon ausgehen, dass die Temperatur alle 100 Meter um etwa 1 Grad abnimmt.

Bei einer Höhendifferenz von 1.000 Metern sind dies also 10 Grad. Zeigt das Thermometer im Tal noch sommerliche 25 Grad, so ist es auf dem Berg mit 15 Grad recht frisch. Wird die Sonne zudem noch von Wolken verdeckt, dann wird es auf dem Gipfel kühl. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist der Wind, der oben auf dem Berg gern stärker weht, als am Fuße des Berges. Deshalb ist es empfehlenswerte, eine lange Hose, einen Pullover oder eine Jacke zusätzlich dabei zu haben. Für Kinder sollte ein zusätzliches Paar Socken und eine Mütze im Rucksack dabei sein (welche Trekkingrucksäcke in unserem Vergleich gut abgeschnitten haben, sehen Sie hier).

Vorsicht: Gewitter sind in den Bergen äußerst gefährlich

Vor Ihrer Tour achten Sie unbedingt auf den Wetterbericht. Werden Schauer und Gewitter erwartet, sollten Sie das auf jeden Fall ernst nehmen. Solch ein Wetterumschwung kann sich in den Bergen recht schnell ereignen. Im Sommer empfiehlt sich ein zeitiger Start zum Wandern in die Berge, denn am Nachmittag steigt dort allgemein die Gewittergefahr an. Niederschlag entsteht generell, wenn Feuchte aufsteigt und der Wasserdampf in kühleren Schichten kondensiert. So bildet sich zunächst eine Wolke. Kann diese den kondensierten Wasserdampf nicht mehr halten, fällt Niederschlag. Beobachten Sie deshalb die Wolkenentwicklung. Die Gefahr von einem kräftigen Schauer oder sogar Gewitter überrascht zu werden, ist in den Bergen häufig höher als im Flachland.

Bei einem Gewitter sollten Wanderer auf jeden Fall schnell Schutz suchen. Weder eine Buche, noch eine Eiche bieten Schutz! Am ehesten sind Wanderer in einer festen Hütte, am besten mit Blitzableiter, vor einem Blitzeinschlag sicher. Ist kein Gebäude in Sicht, suchen Sie eine Senke auf, in der Sie sich mit geschlossenen Füßen auf dem Boden in die Hocke begeben! Sind sie in einer Gruppe unterwegs, sollten sich die Mitglieder weit verteilen, damit sie nicht als kompakte Erhebung wirken.

Alles weiß! Auch im Sommer kann es in den Bergen plötzlich schneien

Wetter-Kapriolen im August - Schnee in den Bergen.
Hier am Wendelsteinhaus (1.740 Meter) brachte Ende August ein Gewitter den ersten Schnee. © picture-alliance / dpa, Frank Mächler

Schnee in den Bergen ist auch im Sommer nichts Ungewöhnliches. Gerade für Bergwanderer, die von Hütte zu Hütte wandern, kann es schnell eine weiße Überraschung am Morgen geben - obwohl man am Vortag noch bei Sonnenschein und 25 Grad im Tal losgezogen war. Nach einem Kaltfrontdurchgang kann es durchaus üblich sein, dass auf den Berggipfeln am nächsten Morgen Schnee liegt und die Temperatur deutlich abgesackt ist.

Quelle: DWD/wetter.de