Waldsterben 2.0: Was können wir tun?

 Bonn, Nordrhein-Westfalen, Deutschland - Waldsterben im Kottenforst, Trockenheit und Borkenkäfer schädigen die Fichtenbäume im Nadelwald, hinten die Douglasien sind robuster und sind noch nicht geschädigt. Bonn Nordrhein-Westfalen Deutschland *** Bo
Waldsterben im Kottenforst in Bonn: Trockenheit und Borkenkäfer schädigen die Fichtenbäume © imago images/Rupert Oberhäuser, Rupert Oberhäuser via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Wie können wir das Waldsterben aufhalten?

Unser Wald leidet: die Hitze durch den Klimawandel und Schädlinge machen ihm zu schaffen. Und genau das war auch Thema in der Bundespressekonferenz. Was können wir tun, um den Patienten Wald wieder gesund zu machen? Konstruktive Lösungsansätze sollten präsentiert werden...

Lösungsansatz: Nichts tun.

ARCHIV - 12.11.2016, Brandenburg, Sieversdorf: Ein herbstlich bunt gefärbter Mischwald leuchtet in der Mittagssonne im Landkreis Oder-Spree (Luftaufnahme mit einer Drohne). Angesichts absterbender Wälder in Deutschland als Folge der Klimakrise erwart
Die Aufforstung von Mischwäldern könnte bei der Problembeseitigung auch helfen © dpa, Patrick Pleul, ppl jai

Bei der Bundespressekonferenz wurden verschiedene Lösungsansätze vorgestellt. Einer dürfte vielleicht auf dem ersten Blick etwas überraschen: Denn der lautet: Nichts tun. „Die Experten sagen dazu Prozessschutz, natürliche Dynamik. Dass man im Prinzip wartet, was passiert denn auf diesen Flächen, wo die toten Bäume jetzt stehen, die irgendwann zusammenbrechen und daraus wieder neue Wälder entstehen – ohne menschliches Zutun“, so stellte das Peter Gaffert vor. Er ist Oberbürgermeister von Wenigerode und ihm gehörten früher zwei Nationalparks. Er merkt aber auch an, dass diese Methode nicht für den gesamten deutschen Wald gelten kann, denn wir brauchen den Rohstoff Holz und die Wälder sind auch wichtig, damit Co2 eingespeichert werden kann.

Ein weiterer Lösungsansatz, den Gaffert vorstellte, ist das Gegenteil davon: große Aufforstungsprogramme. In Deutschland soll gerade auf Mischwälder gesetzt werden, denn die gelten als robuster, als eine Monokultur. Der Nachteil hier ist, dass es einen großen finanziellen Aufwand braucht. Gaffert betont, dass es durch die Krise gelungen ist, auch die private Wirtschaft und Einheimische mit ins Boot zu holen. Dadurch kann man versuchen, die Wälder für die kommenden Generationen wieder herzurichten. 

Waldpflege muss honoriert werden

Durch das Waldsterben gibt es momentan ein Überangebot auf dem Markt, das bedeutet für die Waldbesitzer gleichzeitig, dass sie mit den abgestorbenen Bäumen auch kein Geld mehr verdienen können.

Prof. Dr. Bitter, Vorsitzender von PEFC Deutschland e.V., fordert, dass die Waldpflege auch mehr honoriert wird. Hierzu könnten zum Beispiel Mittel aus dem Klimaschutz-Fond genommen werden: „Es ist, glaube ich, an der Zeit, dass wir dem Appell von Wissenschaft und Verbänden folgen. Die formulieren, es sei notwendig, die Ökosystem-Leistungen zu honorieren und man kann das beispielsweise an der Bindung des Co2 zeigen, dass das mit praktikablen Ansätzen möglich ist.“

Hitze, Trockenheit und Schädlinge

Der Klimawandel stellt auch die Wälder und ihre Besitzer vor eine Herausforderung. Extreme Trockenheit, Hitze und auch Stürme lassen die Bäume absterben. Vor allem die Nadelbaumarten Fichte und Kiefer leiden unter diesen Bedingungen. Außerdem breiten sich auch immer mehr Schädlinge aus, wie zum Beispiel der Borkenkäfer. Durch diese Faktoren sind in Deutschland schon viele Hektar Wald abgestorben.  

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