Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern: Petrus hilft beim Löschen nicht mit

Waldbrand immer noch nicht unter Kontrolle
Waldbrand immer noch nicht unter Kontrolle Löscharbeiten in Mecklenburg-Vorpommern 01:02

Waldbrand +++ kein Regen +++ kräftiger Wind ist ein Problem

Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns.Seit dem vergangenen Wochenende brennt es auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen. Wegen der Gefahr der Ausdehnung ist am Montagabend ein viertes Dorf evakuiert worden. Wie die Pressesprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim mitteilte, wurde nach Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs nun das Dorf Volzrade geräumt. Die Gefahren für Anwohner und Einsatzkräfte sind groß: Der Brand befindet sich auf einem mit Munition verseuchten Gebiet. 

Ob bald der langersehnte Regen kommt und wie es mit dem Wetter weiter geht, beantwortet Christian Häckl im Interview:

Das Wetter hilft nicht mit
Das Wetter hilft nicht mit Wind und kein Regen in Sicht 00:38

Die Waldbrandgefahr ist im Osten des Landes extrem hoch. Wie lässt sich das erklären?

Insgesamt haben wir es in den betroffenen Regionen mit einer sehr großen Trockenheit zu tun. Es hat nur in der ersten Junihälfte (01.06 – 15.06) ausreichend geregnet, vor allem im April und Mai war es viel zu trocken (nur 40% des normalen Regens in der betroffenen Region). Hinzu kam die Rekordhitzewelle Ende Juni mit entsprechend hohen Verdunstungswerten. Die Landschaft ist mittlerweile staubtrocken - dann reicht schon ein Funke und es brennt. 

Wie sieht die Wetterlage jetzt aus? Können wir mit einer Entspannung rechnen?

Momentan ist Petrus nicht auf der Seite der Feuerwehrmänner. Besonders kritisch ist der recht kräftige Wind im Norden und Nordosten, was sich für die Waldbrände natürlich sehr ungünstig auswirkt. Die Feuer können immer wieder angefacht werden – einzig die Temperaturen sind seit Sonntag zum Glück auf unter 20 Grad gesunken, denn bei Bullenhitze um 35 Grad wäre alles noch viel schlimmer.

Lässt der Wind bald nach? 

Der Wind lässt nicht wirklich nach. Es wird zwar eine leichte Abschwächung geben, die aber für eine nennenswerte Entspannung nicht ausreicht. 

Wann können wir mit Regen rechnen?

Bisher sieht es nicht gut aus, dass uns beim Löschen geholfen wird. Bis Donnerstag können wir nennenswerten Regen fast ausschließen, am Freitag zeigen die Wettermodelle etwas Regen – von den Mengen her aber eher ein Tropfen auf den heißen Waldboden. 

Wie sieht der Ausblick auf das Wochenende aus?

Die Wetterlage ändert sich wenig. Das bedeutet für den Norden 16 bis 20 Grad kühles und wechselhaftes Wetter, sonst wird es oft sonnig und sommerlich warm, erst am Sonntag in Alpennähe wieder gewittrig. Höchstwerte 23 bis 28, lediglich am Oberrhein bis zu 30 Grad.

Wenn sich eine Feuersäule bildet
Wenn sich eine Feuersäule bildet Große Gefahr für die Feuerwehr 00:20

350 Einsatzkräfte bei Brand in Mecklenburg-Vorpommern

900 Menschen sind inzwischen evakuiert worden.  Mehr als 430 Hektar brennen. Zum Vergleich: Ein normales Fußballfeld ist etwa einen Hektar groß. Ungefähr 350 Einsatzkräfte - darunter das Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr - sind im Einsatz.

Informationen zur aktuellen Situation in Mecklenburg-Vorpommern, finden Sie bei rtl.de.