Waldbrand in Brandenburg: Keine Entwarnung nach Fund von Weltkriegsmunition

90 Hektar standen in Flammen – Bewohnern bleibt Evakuierung erspart

Bei Fichtenwalde nahe Potsdam (Brandenburg) waren Feuerwehrleute die ganze Nacht im Einsatz. Rund 90 Hektar Kiefernwald standen in Flammen. Die 2.800 Einwohner von Fichtenwalde mussten vorerst nicht evakuiert werden. Im Bereich des Brandes wurde Munition aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, deshalb richteten die Einsatzkräfte am Freitagmorgen einen Sperrkreis von 1.000 Metern ein.

Rund 300 Menschen bleibt Evakuierung erspart

"Die Fläche ist noch nicht unter Kontrolle", warnte Mathias Bialek von der Feuerwehr Brandenburg/Havel am Morgen. Wie er und unser Reporter Stephan Framke die Lage einschätzen, sehen Sie im Video. Durch den Munitionsfund und den Sperrkreis wird es am Freitag zu weiteren Verkehrsbehinderungen kommen. Auch die Autobahnen 9 und 10 blieben weiterhin gesperrt, teilte die Polizei mit. Die Flammen des Walbrandes seien inzwischen weitestgehend im Griff.

Am späten Donnerstagabend hatten die Einsatzkräfte die zunächst angedachte Evakuierung von Fichtenwalde abgesagt. Davon wären laut Ortsvorsteher Tilo Köhn etwa 200 bis 300 Bewohner betroffen gewesen. Menschen in unmittelbarer Nähe des Brandes sollten Fenster und Türen schließen.

Brandursache unbekannt

Der Waldbrand hatte umfangreiche Autobahnsperrungen notwendig gemacht - sowohl an der Autobahn 9 von Berlin nach Leipzig als auch zeitweise am Berliner Ring, wie die Polizei mitteilte. Die Staus zogen sich bis zur Autobahn 2, die Magdeburg mit Berlin verbindet. Teils saßen Autofahrer stundenlang in Staus auf Autobahnen oder Umgehungsstraßen, auch die Potsdamer Innenstadt war am Abend weitgehend dicht. Die Sperrungen wurden notwendig, weil dichte Rauchschwaden eine Gefahr darstellten.

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel war das Feuer aus unbekannter Ursache seitlich der Autobahn 9 entstanden. Anschließend habe es sich westlich vom Beelitzer Ortszentrum rasend schnell ausgebreitet. Zunächst war von rund 90 Hektar betroffenem Wald die Rede. Bereits seit Tagen herrscht in weiten Teilen Brandenburgs höchste Waldbrandgefahr - wie auch anderenorts in Deutschland.

Großer Brand auch bei Jüterbog

Wegen der andauernden hochsommerlichen Hitze hat die Waldbrandgefahr in Deutschland an vielen Regionen die höchste Stufe erreicht.

Besonders in Berlin und Brandenburg kam es in jüngster Zeit immer wieder zu Wald- und Feldbränden. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog nahe Berlin hatte sich am Donnerstag ein Brand auf 25 Hektar ausgebreitet.

Da der ehemalige Übungsplatz mit Munitionsresten kontaminiert sei, könnten die Löschkräfte nicht auf das Gelände und den Brand löschen, erklärte eine Sprecherin der Feuerwehr.

Feuerwehrmänner benetzten die umliegenden Wege, sodass die Flammen nicht übergreifen, hieß es weiter.