Waldbrände in Europa zerstörten 2018 doppelte Fläche Berlins

ARCHIV - 09.07.2018, Brandenburg, Lieberose: Wald- und Heideflächen brennen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. Riesige Waldbrände so wie derzeit in Griechenland sind in Deutschland nach Einschätzung von Behörden und der Feuerweh
Wald- und Heideflächen brennen im Juli 2018 auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. © dpa, Patrick Pleul, ppl, jbu, fux

Im Jahr 2018 sind in der gesamten EU 178.000 Hektar Wald und Land abgebrannt. Das ist die doppelte Fläche Berlins. Die veröffentlichen Zahlen des Joint Research Centre (JRC) zeigen, wie brisant das Thema ist.

Brände in Deutschland: Größte Fläche seit 26 Jahren

In Deutschland ist bei Waldbränden im Jahr 2018 eine Gesamtfläche von 2349 Hektar verbrannt, wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bereits im Juli mitgeteilt hatte. Das war die größte Fläche seit 26 Jahren.

Mehr Länder von Feuer betroffen

Das 2018 zerstörte Gebiet in Europa ist kleiner, als es noch im Jahr 2017 war, so das JRC. Auch im langjährigen Durchschnitt haben die Flammen weniger Fläche zerstört, allerdings waren mehr Länder als je zuvor von großen Feuern betroffen.

So wüteten die Flammen im Jahr 2018 in Griechenland.

In Schweden brannte es so schlimm wie noch nie

Schweden hatte dem EU-Bericht zufolge mit den schlimmsten Feuern seit Beginn der Aufzeichnungen zu kämpfen. Fast 22.000 Hektar verbrannten. Das ist den Angaben zufolge ungewöhnlich für ein Land so weit im Norden. Mehr Fläche wurde nur in Portugal zerstört (37 000 Hektar). Im Vergleich zu 2017 ist das aber ein geringer Verlust für das Land und zudem einer der niedrigsten Werte der letzten zehn Jahre.

"Wir müssen reagieren"

Der zuständige EU-Kommissar rief zum Handeln auf: „Wir müssen reagieren und unsere Anstrengungen verstärken, um unsere Wälder widerstandsfähiger gegen ein wärmeres und trockeneres Klima zu machen“, sagte Tibor Navracsics. Er ist für die Gemeinsame Forschungsstelle JRC der EU-Kommission verantwortlich, die den Bericht mit den Zahlen zu Waldbränden 2018 vorstellte. „Veränderte Wetterbedingungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel erhöhen das Risiko für Waldbrände weltweit“, betonte er.