Alles steht und fällt mit der Wetterlage

Feuer lodert auf über 800 Hektar - Waldbrand in Elbe-Elster ist andere Art von Feuer

In der Nähe von Falkenberg im Elbe-Elster-Kreis stehen rund 800 Hektar Land in Flammen. Der Elbe-Elster-Kreis liegt etwa in der Mitte des Städtedreiecks Berlin – Leipzig – Dresden. Die Trockenheit im Osten ist eklatant, deshalb haben die Feuerwehren große Mühe, das Feuer einzudämmen. Ein Brand in Tschechien frisst sich gerade nach Sachsen.

Die Evakuierungen für Kölsa und Rehfeld wurden aufgehoben - Die Bundeswehr ist mit Löschhubschraubern im Einsatz. 

Beim Großbrand Kölsa-Rehfeld in der Stadt Falkenberg konnten Mittags die ersten Evakuierungen aufgehoben werden. In Kölsa und Rehfeld konnten die Einwohner wieder zurück in ihre Wohnungen. Dort hatte sich die Lage im Laufe des Vormittags deutlich entspannt. Dagegen laufen die Löscharbeiten im südlichen Einsatzgebiet Richtung Gewerbegebiet Lönnewitz unvermindert weiter. Dabei bekommen die rund 350 Einsatzkräfte Unterstützung von zwei Transporthubschraubern der Bundeswehr vom Typ CH53 aus Holzdorf. Diese können jeweils 5.000 Liter Wasser pro Einsatzflug aufnehmen. Der Verwaltungsstab hat weitere fünf Hubschrauber der Bundeswehr angefordert und hofft so, mit deren Unterstützung das Feuer weiter zurückdrängen zu können. Die Wasseraufnahme erfolgt im Naherholungsgebiet Kiebitz, wo die Hubschrauber stationiert sind. Deshalb wurde dort auch ein Badeverbot angeordnet. Darüber hinaus unterstützt auch ein Hubschrauber der Landespolizei bei der Lageerkundung aus der Luft.

Das Einsatzgebiet umfasst nach wie vor rund 850 Hektar. Die B 183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen Kötten und Ortslage Marxdorf ist weiterhin gesperrt. Eine Umleitung ist über Herzberg eingerichtet. Der Verwaltungsstab geht davon aus, dass die Löscharbeiten noch bis morgen Abend fortgesetzt werden müssen. Sorge bereiten den Einsatzkräften aktuell angekündigte Windböen bis 60 Kilometer pro Stunde.Für Fragen der Bevölkerung wurde ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter 03535 46-4004 zu erreichen ist.

Waldbrand in Elbe-Elster ist andere Art von Feuer

Der Großbrand im Elbe-Elster-Kreis in Brandenburg unterscheidet sich nach den Worten des Waldbrandexperten Philipp Haase von anderen Bränden im Land. „Wir reden hierbei von einem Baumkronenbrand, das Feuer läuft von Krone zu Krone und findet sehr viel brennbares Material wie Nadeln“, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.Das Feuer brenne über den Spitzen der Bäume in einer Höhe von bis zu 25 Meter. Dort seien die Windgeschwindigkeiten auch höher als am Waldboden, die Flammen könnten sich schneller ausbreiten, so Haase. Für das Gebiet bedeute das einen „Totalverlust“ der Bäume. Das unterscheide den aktuellen großen Waldbrand von anderen Bränden in Brandenburg.

Dienstag 13:02 Uhr: "Alles steht und fällt mit der Wetterlage"

Das Wetter macht den Einsatzkräften bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Falkenberg im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster Sorgen. „Alles steht und fällt mit der Wetterlage“, sagte Kreis-Sprecher Torsten Hoffgaard am Dienstagvormittag. Er werde erwartet, dass der Wind zur Mittagszeit wieder auffrische, so dass sich das Feuer schneller ausbreiten könne.

Wetter.de-Meteorologe Björn Alexander zur Wetterlage im Brandgebiet

„Das Grundproblem ist und bleibt natürlich die Trockenheit. Jetzt zieht in den betroffenen Regionen zwar vielleicht mal etwas Regen durch. Aber größere Mengen sind erst am Freitag oder am Wochenende zu erwarten. Auch der Wind wird vorerst vor allem tagsüber lebhaft auffrischen - in Böen bis Stärke 5 oder 6. Erst am Donnerstag und Freitag wird er sich tendenziell etwas abschwächen.“

Dienstag 12:37 Uhr: Löschhubschrauber in Waldbrand-Gebiet angekommen - Badesee gesperrt

Zwei Hubschrauber der Bundeswehr sind nach Angaben des Landkreises inzwischen im Waldbrand-Gebiet im brandenburgischen Falkenberg im Landkreis Elbe-Elster angekommen. Sie sollen aus der Luft löschen. Da sie das Wasser aus einem nahe gelegenen Badesee im Naherholungsgebiet Kiebitz entnehmen müssten, sei das Gewässer gesperrt worden, sagte der Sprecher des Landkreises, Torsten Hoffgaard, am Dienstagvormittag. Die Hubschrauber können nach Angaben des Kreissprechers pro Ladung jeweils 5000 Liter Wasser aufnehmen. Zudem ist eine Bundesstraße wegen des Waldbrandes gesperrt worden. Das am Montag ausgebrochene Feuer hat sich mittlerweile auf eine Fläche von rund 850 Hektar ausgeweitet. Es sei nicht absehbar, wann der Brand unter Kontrolle gebracht werden könne, hieß es am Morgen.

Windräder gefährdet - Bundeswehr-Hubschrauber angefordert

25.07.2022, Brandenburg, Kölsa: Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen einen Gebäudebrand in der Region Falkenberg /Elster zu löschen. (RECROP) Foto: Frank Hammerschmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wald- und Gebäudebrände in der Region Falkenberg /Elster: Die Brände in der Region sind nicht unter Kontrolle. 600 Menschen mussten schon ihre Häuser verlassen.

Erste Anwohner mussten schon am Montag ihre Wohnungen verlassen. Betroffen waren rund 600 Menschen. Besonders betroffen sei die Region Kölsa-Siedlung in der Stadt Falkenberg (Elster), sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Feuerwehr war am Dienstagmorgen mit 152 Einsatzkräften vor Ort.

In Rehfeld war die Lage aufgrund starken Windes sehr unübersichtlich, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte Philipp Haase. Seinen Angaben zufolge brannte es im Wald zwischen Windrädern, mindestens eine Anlage stand innerhalb der Brandfläche. Für Dienstag seien unter anderem Hubschrauber der Bundeswehr angefordert worden, sagte Haase.

Viele Tiere verendet - Feuer auch im Nationalpark Sächsische Schweiz

26.07.2022, Tschechien, Hrensko: Flammen lodern direkt hinter Häusern während ein Feuerwehrmann veruscht mit seinem Schlauch zu löschen. Ein Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen hat weiter die Einsatzkr
Diese Foto ist auch Tschechien: Der Ort Hrensko liegt an der Elbe direkt an der deutschen Grenze

Im Laufe des Einsatzes seien mindestens sieben Einsatzkräfte verletzt worden, sechs von ihnen wurden demnach ins Krankenhaus gebracht, teilte der Landkreis mit. Zudem sei eine Ferkelzuchtanlage in Kölsa-Siedlung abgebrannt, viele Tiere seien verendet.

Im Nationalpark Sächsische Schweiz weitete sich ein Waldbrand aus, der im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen war. Für die Gemeinden Sebnitz und Bad Schandau löste das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Montag eine Vorstufe zum Katastrophenalarm aus, wie ein Sprecher mitteilte.

Am Dienstag können einzelne Schauer das Waldbrandrisiko etwas senken.

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(dpa, osc)