Erinnerung an Vulkanausbruch auf Island

Vulkan „Taal“ spuckt Blitze und Asche

Asche in der Stratosphäre

Auf den Philippinen ist südlich von Manila der Vulkan „Taal“ ausgebrochen. Spektakuläre Blitze und eine kilometerhohe Rauchsäule bis in die Stratosphäre begleiten die Eruption. Große Blitze schießen durch die Aschewolke und verbreiten Endzeitstimmung. Doch warum ist das so und welche Auswikungen kann dieser Vulkanausbruch noch auf das Weltklima haben? Wir erklären es euch.

Starkstrom-Fackeln in der Aschewolke

Wenn ein Vulkan ausbricht, werden kleine Ascheteilchen (Tephra-Partikel) in die Luft geschossen. Diese laden sich durch die Reibung auf und entladen sich dann in Blitzen. Erst sind es kleinere Blitze rund um den Kraterrand. Später folgen sogenannte Starkstrom-Fackeln in der höher gestiegenen Rauchsäule und bieten die spektakulären Bilder, die nun auch beim Ausbruch Taals zu sehen sind.

Auswirkungen auf das Wetter

Vulkanausbrüche haben selten Einfluss auf das Wetter, doch bei bestimmten Bedingungen kann sich das schnell ändern. Dann nämlich, wenn die Rauch- und Aschewolke längere Zeit bis in die Stratosphäre steigt. Bereits bei einer Höhe von rund 11.000 Kilometern beginnt die Stratosphäre. Wenn sich dort der Rauch verteilt, hat das Auswirkung auf die Sonneneinstrahlung und somit über einen längeren Zeitraum auch auf unser Wetter. Der Rauch verteilt sich in der Stratosphäre über den gesamten Erdball und lässt weniger Sonnenstrahlen durch. Dadurch kühlt das Weltklima ab. Regional führt es jedoch meist zu einer Erwärmung. 

Hungersnot durch Vulkanausbruch

Einen solchen Fall gab es bereits. Im Jahr 1816 führte der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora in Deutschland zum sogenannten Elendsjahr „Achtzehnhundertunderfroren“ oder auch dem „Jahr ohne Sommer“. Der Vulkanausbruch hatte eine Stärke von 7 auf dem Vulkanexplosivitätsindex. Die höchste Stufe ist 8. Aber nicht nur hierzulande. Betroffen waren der Nordosten Amerikas, sowie der Süden und Westen Europas. Hier fiel der Sommer aus. Die Nachtfrostperioden und Schneefälle ließen in Nordamerika Ernten verkommen. In Europa kam es vermehrt zu schweren Unwettern und Überschwemmungen und somit zu Missernten. Getreide wurde knapp und verteuerte sich. Eine Hungersnot folgte in den darauffolgenden Jahren.

Das Skurrile: Der Vulkanausbruch Tamboras erfolgte bereits im April 1815, also mehr als ein Jahr zuvor. Doch der Rauchschleier in der Atmosphäre brauchte eine Zeit bis er sich in der Stratosphäre verteilt hatte. Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass die Tambora-Eruption nicht allein dazu führte, dass sich das Klima dermaßen veränderte. Eisbohrkerne aus der Antarktis führen zu der Vermutung, dass bereits Ende des Jahres 1808 in den Tropen ein Vulkan mit der Stärke 6 ausgebrochen sein muss.

Flugverkehr lahmgelegt

Doch soweit ist es noch nicht. Es bleibt abzuwarten wielang „Taal“ noch Rauch und Asche in die Stratosphäre spukt. Auf den Flugverkehr hat es allerdings schon Einfluss genommen. Bereits am Sonntag hat der Flughafen Ninoy Aquina in Manila den Flugverkehr teilweise eingestellt. Weitere Flughäfen sind bisher noch nicht betroffen.

Das letzte Mal war der Vulkan 1977 ausgebrochen. Den verheerendsten Ausbruch gab es 1911. Seinerzeit starben 1.335 Menschen. Infolge der Eruption erhielt der Kratersee von Volcano Island damals seine jetzige Form. Taal ist nach dem Vulkan Mayon der zweitgrößte Vulkan der Philippinen.