Eruption könnte einen Tsunami auslösen

Vulkan Taal: Explosiver Ausbruch möglich

Lava schießt 500 Meter hoch

Auf den Philippinen haben die Behörden die Menschen davor gewarnt, in ihre Häuser in der Nähe des gefährlich aktiven Vulkans Taal zurückzukehren. Der Vulkan südlich von Manila spuckte auch am Dienstag Lava und Asche in rund 500 Metern Höhe aus mehreren Öffnungen. Es galt weiter die Warnstufe 4 von 5. Das seismologische Institut Phivolcs hatte erklärt, innerhalb von Stunden oder Tagen sei ein „gefährlicher, explosiver Ausbruch“ möglich.

Tsunami-Gefahr für Ufergebiete

 PHL: Massive Mass Exodus begins Mataas na Kahoy For the second time, evacuees from Talisay, the Lakeshore Barangays of Tanauan and the residents of the island volcano, were transferred to Tanauan City s Gym 2. This was after a long night of continuo
Menschen fliehen aus der Region: Nach UN-Angaben leben rund 460.000 Menschen rund um den Vulkan Taal. © imago images/Pacific Press Agency, Joel Mataro via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Aber selbst außerhalb der 14-Kilometer-Zone rund um den Vulkan ist es offenbar nicht sicher genug. Die Phivolcs-Expertin Maria Antonia Bornas hält es sogar für denkbar, dass bei einem stärkeren Ausbruch auch die Gebiete außerhalb des 14-Kilometer-Radius betroffen sind. Eine explosive Eruption könnte demnach auch Teile des Vulkans in den umgebenden See stürzen lassen, was einen tödlichen Tsunami zur Folge hätte, der auf das Seeufer zurollt.

Nutztiere und Pflanzen verendeten

Cows partly covered by ashes eat grass in a land nearby the erupting Taal Volcano in Talisay, Batangas, Philippines, January 13, 2020. REUTERS/Eloisa Lopez
Viele Nutztiere verendeten bereits an den Auswirkungen des Vulkan-Ausbruchs © REUTERS, ELOISA LOPEZ, EAL/ELO

„Taal“ ist derzeit so gefährlich aktiv wie seit 40 Jahren nicht. Am Flughafen von Manila war wegen des Ascheregens der Betrieb zeitweise eingestellt worden. Mehr als 500 Flüge fielen aus. Nutztiere verendeten, auch Pflanzen wurden zerstört. Eine Ascheschicht bedeckte Straßen, Häuser und Autos.

Phivolks berichtet von 212 Beben, die den Ausbruch begleiteten. 81 davon hatten eine Stärke zwischen 1 und 5 auf der Richter-Skala. Bei der Einstufung ist jede höhere Stufe auf dieser Skala zehnmal stärker einzuordnen, als die darunter liegende. Die höchste Stufe ist 10 und kommt nur alle 1.000 Jahre vor. 

Lava schießt durch weiteres Loch

A basketball court is blanketed with volcanic ash in a resort near the erupting Taal Volcano in Talisay, Batangas, Philippines, January 14, 2020. REUTERS/Eloisa Lopez
Nein, bei diesem Bild handelt es sich nicht um ein Schwarz-Weiß-Foto. Der Ascheregen bedeckte diesen Basketball-Platz in Talisay mit einer grauen Schicht. © REUTERS, Eloisa Lopez, EAL/MAR

Diese Intensität deute laut Phivolks darauf hin, dass unter dem Vulkan noch viel Lava strömt und es zu weiteren Magma-Eruptionen kommen kann. Die Lava brach auch schon an der nördlichen Flanke durch die Erdoberfläche und sprühte die glühende Masse auch hier bis zu 500 Meter in die Luft. Begleitet wird es von einem Ascheregen, der über den Ortschaften Lemery, Talisay, Taal, and Cuenca niederging.

Geologisch aktivste Zone der Welt

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Vulkan Taal ist umgeben von einem See. Sollten Teile des Vulkans ins Wasser stürzen, könnte dies einen Tsunami auslösen. © imago/robertharding, imago stock&people

Der Vulkan Taal ist nach dem Mayon der zweitaktivste Vulkan des südostasiatischen Inselstaates. Laut dem philippinischen Institut Phivolcs ist er seit dem Jahr 1572 insgesamt 33 Mal ausgebrochen. Der bislang letzte große Ausbruch war 1977, der verheerendste 1911 - damals starben mehr als 1.300 Menschen.

Der Inselstaat mit rund 100 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring - der geologisch aktivsten Zone der Erde mit mehr als 450 Vulkanen.