Giftige Gase und Feinstaub zogen 1000 Kilometer weit

Vulkan-Asche des Ätna flog bis nach Deutschland

Ein glühender Lavastrom fließt über den Ätna, der von Rauch umgeben und über dem ein rötlich gefärber Himmer zu sehen ist. Der Vulkan im Osten Siziliens ist der aktivste Vulkan Europas.
Schaurig schön: Der Vulkan Ätna ist ausgebrochen. © dpa, Salvatore Allegra, aju

Aschepartikel landeten auf der Zugspitze

Die Ätna-Asche ist bis nach Deutschland geflogen! Das wurde fast drei Wochen nach dem Ausbruch des Vulkans jetzt bekannt. Am 22. Februar hatte der Ätna auf Sizilien mehrmals Asche und Lava ausgespuckt. Die Fontänen schossen kilometerhoch in den Himmel. Schon zwei Tage später haben Umweltforscher Aschepartikel auf der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, nachgewiesen. Die Asche hat somit 1.000 Kilometer zurückgelegt.

Video: Spektakuläre Feuerfontänen auf dem Ätna

Ausbruch des Ätna macht sich auf Zugspitze bemerkbar

Schwefeldioxid und Aschepartikel wurden nur zwei Tage nach der Eruption des Vulkans von der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus nachgewiesen. Das war so zunächst nicht abzusehen, denn die Aschewolke war ursprünglich in nordwestlicher Richtung unterwegs.

Die Messungen am Schneefernerhaus in 2656 Metern Höhe machten aber klar, dass es in den Luftschichten eine Bewegung Richtung Norden gab, die die Vulkanwolke über die Alpen bis nach Deutschland wehte. Diese Bewegung sei auch gut mit Hilfe von Satellitendaten beobachtet worden.

Erhöhte Feinstaub- und Schwefeldioxid-Werte

Die Messstelle unterhalb des Gipfels der Zugspitze registrierte in der Atmosphäre in der letzten Februarwoche bis zu 20 ppb (parts per billion = Teilchen pro 1 Milliarde Luftteilchen) an Schwefeldioxid. Der Normalwert liegt in der Regel unter 1 ppb. Auch die Aschepartikel in der Luft nahmen stark zu. Und warum sind die Messungen wichtig?

Vulkanausbruch: Die Gefahren für den Menschen

Vulkanasche vom Ätna kommt nach Deutschland
Das Einatmen von Aschepartikeln und bei einem Vulkanausbruch frei werdenden Gasen birgt Gesundheitsrisiken. © A. Peters/Helmholtz-Zentrum München, vulcanoes.usgs.org Grafik: ESKP

Sehr kleine Aschepartikel sind Feinstaub. Dass Feinstaub gesundheitsschädlich ist, ist wissenschaftlich gut belegt. Schwefeldioxid beeinträchtigt ebenfalls Mensch und Umwelt. In der Atmosphäre aus Schwefeldioxid entstehende Sulfatpartikel tragen zudem zur Belastung mit Feinstaub bei. Deswegen gibt es seit 2005 europaweite Grenzwerte für Schwefeldioxid.

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