5 Tipps für das Zeckenjahr 2021

Gefährliche Zeckenbisse: So können Sie sich vor FSME und Borreliose schützen

Zecken-Alarm: Die kleinen Insekten schlagen häufiger zu

Maskenpflicht, Abstandsgebot und Lockdowns bremsten 2020 nicht nur die Verbreitung des Corona-Virus, sondern auch fast alle anderen meldepflichtigen Infektionskrankheiten wie Influenza oder Masern. Einzige Ausnahme: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die wird hauptsächlich von Zecken übertragen. Das verwundert nicht, denn Menschen waren während der Lockdown-Zeit viel häufiger in der Natur spazieren. Und auch am warmen Muttertagswochenende werden Menschen wahrscheinlich häufiger draußen unterwegs sein. Es ist also Vorsicht geboten bei den Wochenend-Ausflügen.

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Zecken-Tipp 1: Auf Gehwegen bleiben und Kontakt vermeiden


  • Kontakt vermeiden: Gerade bei Wanderungen oder Spaziergängen sollte man versuchen den Kontakt mit Zecken zu minimieren.

Bei Spaziergängen ist es wichtig, dass gerade in den zeckenreichen Regionen im Süden Deutschlands die Gehwege benutzt werden sollten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat erst kürzlich über fünf neue FSME-Risikogebiete informiert. Zecken hocken in hohen Gräsern, Sträuchern und an Bäumen. Wenn der Kontakt hierhingehend eingeschränkt wird, dann verringert sich auch das Risiko für Zecken auf der Haut.

Zecken-Tipp 2: Lange Kleidung bei Spaziergängen tragen

Wenn es wärmer wird, ist auch wieder Zeckenzeit. Die kleinen Insekten sitzen in hohen Gräsern, aber auch auf Blättern.
Zecken hocken in hohen Gräsern, aber auch auf Blättern. © Getty Images, Jakub WAjtowicz


  • Lange Kleidung tragen: Es hilft auch langärmlige Oberteile zu tragen, genauso wie lange Hosen, wenn man beispielsweise in hohen Gräsern unterwegs sein.

Manchmal kann man nicht verhindern auch durch Gebiete zu gehen, in denen Zecken sich verstecken. Dann empfiehlt es sich lange Kleidung zu tragen. Hohe Schuhe und die Hosenbeine in die Socken zu stecken, hilft ebenso wie helle Klamotten. Auf letzteren kann man Zecken schneller sehen. Für Kinder empfiehlt sich außerdem eine Kopfbedeckung.

Zecken-Tipp 3: Zecke gerade herausziehen

Eine Zeckenzange eignet sich gut, um die kleinen Insekten zu entfernen.
Mit einer Zeckenzange lassen sich die Insekten gut entfernen. © imago


  • Entfernen: Wer eine Zecke am Körper entdeckt, sollte sie schnell entfernen, um das Krankheitsrisiko senken.

Dafür eignet sich am besten eine Pinzette. Außerdem gibt es Zeckenkarten* oder Zeckenzangen*. Wichtig ist dabei, die Zecke nicht in einer Drehbewegung zu entfernen, sondern sie senkrecht und hautnah aus der Haut zu ziehen. Zu groß ist die Gefahr, sonst nur den Kopf zu erwischen und über den restlichen Körper die Krankheitserreger im Körper verteilen. Anschließend die Wunde desinfizieren. Dabei helfen Alkohol oder eine jodhaltige Salbe. Öl, Kleber, Nagellack oder Benzin bewirken eher, dass die Zecke sich gestresst fühlt und ein Sekret absondert, welches dann zu einer Infektion führen kann.

Zecken-Tipp 4: Wunde beobachten

Eine Mutter sucht auf der Haut ihrer kleinen Tochter nach Zecken, aufgenommen 2005. Foto: Chiron Vaccines +++(c) dpa - Report+++
Kindern sollte man eine Kopfbedeckung aufziehen, wenn man in Risikogebieten unterwegs ist. © picture-alliance/ dpa, Fotoreport Chiron Vaccines


  • Beobachten: Die Symptome einer Infektion zeigen sich meist erst nach zwei bis drei Wochen.

Die Symptome beider Krankheiten sind vergleichbar mit einer Grippe: Oft treten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Dann sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Bildet sich um die Einstichstelle ein roter Kreis, kann dies laut DRK ein Anzeichen für Borreliose sein. Diese Krankheit trete häufiger als die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf. Auch kann es so oder so sinnvoll sein, die entfernte Zecke zum Beispiel auf einem Klarsicht-Klebeband-Streifen auf zu bewahren. Im Falle von nachfolgenden Symptomen kann die Zecke somit selbst noch labortechnisch untersucht werden.

Zecken-Tipp 5: Antizeckenspray oder Impfung beugen Stichen vor

Mit dem Impfstoff gegen FSME sind sie bis zu fünf Jahre geschützt.
Der Impfstoff gegen FSME hält drei bis 5 Jahre an. © dpa, Tobias Hase


  • Vorbeugen: Gegen FSME gibt es eine Impfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt sie Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten.

Ein verlässlicher Schutz durch eine Impfung besteht nach drei Teilimmunisierungen. Die ersten beiden Impfdosen werden über ein bis drei Monate verteilt. Die dritte erfolgt dann nach weiteren neun bis zwölf Monaten. Der Impfschutz hält mindestens drei Jahre lang an und sollte im Anschluss daran regelmäßig aufgefrischt werden. Außerdem hilft ein Antizeckenspray* oder eine Lotion auf Basis von DEET oder Citrodiol. Das schreckt Zecken ab, tötet sie allerdings nicht. Die Dauer des Schutzes variiert allerdings und ist meist kürzer als auf den Produkten angegeben.

Was ist die Krankheit FSME?

Zeckenstiche können durchaus gefährlich werden.
Jeder Dritte erkrankt nach einem Zeckenstich, nach dem grippeähnliche Symptome auftreten können. © picture-alliance / dpa, Grambow

FSME ist eine durch Viren hervorgerufene Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündung, die durch Zecken übertragen wird. Jeder Dritte erkrankt nach einem Zeckenstich, nach dem grippeähnliche Symptome auftreten können. Meist verschwinden diese wieder nach ein paar Tagen. Bei jedem Zehnten kommt es allerdings zu einer schwerwiegenden Entzündung. Das Risiko einer Erkrankung steigt vor allem bei über 40-Jährigen deutlich an.

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) gab es in Deutschland im vergangenen Jahr 704 Fälle der Krankheit – der höchste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 und ein Anstieg von 57,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für Borreliose besteht hingegen nicht die Möglichkeit, sich vorab impfen zu lassen, da es sich um einen bakteriellen Infekt handelt. Hier kann der Arzt bei einer bestätigten Infektion aber Antibiotika verschreiben. (kfb/bal mit dpa)

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