Pflanzen, Lebensmittel, Beauty-Produkte

Vorsicht! Diese vermeintlich harmlosen Dinge können zu Haut-Verbrennungen führen

Hautverbrennungen am Bein durch Bärenklau
Ein britischer Teenager erlitt schwere Verbrennungen an den Beinen, nachdem er in Kontakt mit Bärenklau gekommen war. © iStockphoto, KenWiedemann // Kennedy News

Teenager pflückt giftige Pflanze - und erleidet heftige Verbrennungen

Vor Kurzem schockierte der Fall des 16-jährigen Alex Lynas aus England: Der Teenager war beim Spielen am Fluss in Kontakt mit der hochgiftigen Riesenbärenklau-Pflanze gekommen und zog sich dabei so heftige Verbrennungen zu, dass er seine vernarbte Haut in den nächsten zehn Jahren nicht mehr dem Sonnenlicht aussetzen darf. Wie den meisten Menschen war Alex nicht klar gewesen, welcher Gefahr er sich aussetzte, als er das harmlos aussehende Gewächs pflückte. Doch Bärenklau ist nur eins von vielen unscheinbaren Dingen, die uns im Alltag begegnen und die bei Hautkontakt zu leichten bis schweren Verbrennungen führen können. Bei den folgenden Pflanzen, Medikamenten, Lebensmitteln und Beauty-Produkten sollten Sie Vorsicht walten lassen.

Pflanzen

Neben dem Riesenbärenklau gibt es noch einige weitere Pflanzen, die bei Hautkontakt eine sogenannte phototoxische Reaktion auslösen können. Dazu zählen zum Beispiel Wiesenkerbel, Aschwurz oder Weinraute. Diese Pflanzen enthalten sogenannte Furocumarine – Stoffe, die den Pflanzen zur Abwehr dienen, doch die auf die menschliche Haut sensibilisierend wirken. Seien Sie vorsichtig, wenn sie nach dem Kontakt mit diesen Pflanzen dem Sonnenlicht ausgesetzt waren! Denn dann können sie starke Hautreizungen bis hin zu Quaddeln und Verbrennungen entstehen. Achten Sie auch nach dem Waldspaziergang oder der Gartenarbeit darauf, wie Ihre Haut reagiert, wenn Sie mit Ihnen unbekannten Pflanzen in Berührung gekommen sind und waschen sie die betroffenen Körperstellen rasch ab, wenn Sie Hautrötungen bemerken.

Lebensmittel

Auch Zitrusfrüchte, Feigen, Karotten, Sellerie, Fenchel, Pastinaken und Petersilie enthalten Furocumarine. Ein seltener, aber heftiger Fall einer solchen Verbrennung durch Lebensmittel: 2019 erlitt der fünfjährige Henry nach dem Verzehr von Limetteneis schwere Verätzungen im Gesicht. Seine Eltern wollten ihrem Sohn mit dem Eis eine Freude machen, doch ahnten nicht, dass die im Eis enthaltene Zitrusfrucht in Kombination mit der starken Urlaubssonne der empfindlichen Kinderhaut schaden könnte.

Medikamente

Auch während der Einnahme von Medikamenten kann es zu starken Hautreaktionen kommen. Dazu zählen unter anderem bestimmte Antibiotika, harntreibende Mittel (Diuretika) oder auch Medikamente gegen Diabetes. Vor Kurzem erlitt eine Frau in Thailand schwerste Verätzungen, nachdem sie lediglich zwei Ibuprofen-Tabletten gegen Zahnschmerzen eingenommen hatte. Eine solche (zum Glück seltene) schwere allergische Reaktion wird in der Medizin als anaphylaktischer Schock bezeichnet.

Ob ein Medikament Wechselwirkung mit UV-Licht hat oder allergische Reaktionen auslösen kann, können Sie in der Packungsbeilage nachlesen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Vorsichtsmaßnahmen Sie während der Einnahme befolgend sollten, um Hautreaktionen und Verbrennungen zu vermeiden.

Ätherische Öle

Gewusst? Die meisten ätherischen Ölen – darunter Grapefruit, Limette, Bergamotte, Orange oder Zitrone – erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Möchten Sie diese Öle, etwa zum Zwecke der Aromatherapie, auf die Haut auftragen, sollten Sie sie vorher stark verdünnen. Dazu eignen sich Trägeröle wie Mandel- Jojoba- oder Traubenkernöl. Doch auch dann sollten Sie nach der Anwendung für einige Stunden auf Sonnenbäder verzichten. 

Ätherische Öle sind übrigens auch häufig, wenn auch in geringeren Mengen, als Duftstoffe in Kosmetika enthalten. Sie erkennen Sie in der INCI-Liste Ihres Produkts etwa unter den Bezeichnungen Citral, Citronellol, Limonene, Eugenol, Geraniol oder Linalool.

Bestimmte Beauty-Produkte

Weitere Beauty-Produkte, bei denen Sie vorsichtig sein sollten, sind chemische Peelings. Denn darin sind bestimmte Säuren enthalten, zum Beispiel BHA- oder AHA-Säuren, die alte Hautschüppchen ablösen sollen. Dadurch verliert die Haut jedoch einen wichtigen Teil ihres natürlichen UV-Barriere. Die Folge: Sie reagiert besonders empfindlich auf Sonne. 

Ähnlich sieht es bei Vitamin-A- beziehungsweise Retinol-Produkten aus, in Kosmetika die häufig zur Minderung von Fältchen oder zur Akne-Bekämpfung verwendet werden. Auch sie reagieren mit der Haut und machen sie lichtempfindlicher. Benutzen Sie diese Produkte also am besten nur abends und cremen Sie sich morgens immer mit einer Sonnencreme ein, die mindestens Lichtschutzfaktor 30 hat.

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Ihre Haut zeigt Symptome einer phototoxischen Reaktion: Was Sie jetzt tun sollten

Beobachten Sie Ihre Haut genau, wenn Sie nach dem Kontakt mit Pflanzen, Beauty-Produkten oder nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel bemerken, dass sich Rötungen, Bläschen, starker Juckreiz oder Quaddeln bilden. Wichtig zu wissen: Die Symptome beginnen nicht immer direkt nach dem Kontakt mit der toxischen Substanz, sondern können mit einer Zeitverzögerung von bis zu vier Tagen einsetzen.

Da solche Hautreaktionen verschiedene Hintergründe haben können, sollten Sie bei starken Symptomen rasch beim Arzt oder in einer Apotheke vorstellig werden, um die Ursache abzuklären. Setzen Sie sich bis dahin auf keinen Fall dem Sonnenlicht aus, spülen Sie die betroffenen Hautstellen vorsichtig mit klarem Wasser ab, um eventuelle toxische Stoffe zu entfernen und halten Sie die Haut danach kühl.