Vorläufige Unwetterbilanz 2017: In diesem Jahr gab es schon mehr als 700.000 Blitze in Deutschland

Blitz über München
Ein Blitz entlädt sich am 26.06.2017 über München (Bayern) in der Nähe der Heilig-Kreuz-Kirche im Stadtteil Giesing. © dpa, Marcel Kusch, mku hjb kre sja

Im Jahr 2017 gab es zwar weniger Gewitter als in den Vorjahren, allerdings fielen diese umso heftiger und mit mehr Blitzen aus. Bis jetzt blitzte es schon über 700.000 Mal, das sind bereits 76.751 Blitze mehr als im Gesamtjahr 2016. 

Hauptgewittersaison von Mai bis September

Vom späten Frühjahr bis zum späten Sommer kommt es bei uns in Deutschland am häufigsten und zu den stärksten Gewittern. Genau in dieser Zeit hat die Unwetterzentrale in punkto Gewitterwarnungen am meisten zu tun, und in diesem Jahr gab es reichlich zu warnen. Unter anderem werden die Daten der Firma nowcast Lightning.Detected aus München genutzt, diese registriert Blitze und stellt die Daten zur Verfügung. Bis Ende September 2017 gab es in Deutschland bereits 716.259 Blitze, das ist bereits mehr als im ganzen letzten Jahr. Interessant ist dabei auch die Anzahl der Gewittertage, in diesem Jahr gab es davon "erst" 142, der Jahresdurchschnitt liegt bei etwa 195 Tagen, laut nowcast wurden aber deutlich mehr starke Blitze (mit einer Stromstärke von mindestens fünf Kiloampere) als in den letzten vier Jahren gemessen.

Die meisten Blitze gab es am 22. Juni 2017

2017 Jahr war die Gewittersaison besonders aktiv, quasi ab Mai kam es in regelmäßigen Abständen immer wieder zu heftigen Gewittern, eine länger andauernde Hochdruckwetterlage blieb in diesem Sommer aus. Besonders der 22. Juni sticht aus der Blitzstatistik heraus, alleine an diesem Tag zuckten mehr als 104.000 Blitze in Deutschland vom Himmel - der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Nur im Jahr 2013 wurde, am 20. Juni mit knapp 185.000 Blitzen, ein noch höheres Aufkommen gemessen.

Wie funktioniert Blitzortung?

Gewitter über Brandenburg
Blitze eines Gewitters erhellen die Nacht am 01.08.2017 über dem Windenergiepark Odervorland im Landkreis Oder-Spree nahe Sieversdorf (Brandenburg). © picture alliance / Patrick Pleul, Patrick Pleul, ppl cul

Es gibt verschiedene Blitzarten z.B. Wolke-Erde-Blitz oder Wolke-Wolke-Blitz, aber alle Blitzarten sind mit elektrischen oder magnetischen Ladungsbewegungen verbunden und können deshalb registriert werden. Dazu gibt es verschiedene Systeme: Konventionell werden Blitze durch Bodenmesssysteme registriert, zudem werden aber auch immer häufiger Satelliten zur Blitzmessung eingesetzt. Dabei werden Stärke, Position und Ladung des Blitzes gemessen.

Ist der Klimawandel schuld an den stärkeren Gewittern?

Es sei noch zu früh für Aussagen, ob der Klimawandel für stärkere Gewitter sorge, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux. "Dazu müsste man die Daten von mindestens 30 Jahren vergleichen." So lange gebe es die Blitzortungssysteme aber noch nicht.  Von Gewitterhochburgen in Deutschland könne man nicht sprechen, betonte Lux. "Gewitter sind Einzelereignisse und jedes Jahr anders." Allerdings sei der Süden Deutschlands tendenziell stärker von Gewittern betroffen als die Küstengebiete, da Alpen und Mittelgebirge die Gewitterbildung begünstigten.

Video: Welche Naturgewalt in einem Blitz steckt, zeigt dieses Video eindruchsvoll

Quelle: wetter24.de/wetter.de