Was wurde aus der Katastrophe gelernt?

Vor einem Jahr wütete in Lübtheen das Feuer – jetzt herrscht wieder höchste Waldbrandgefahr

Mit der Hitze kommt die Angst in Lübtheen

Wenn an diesen Hitze-Tagen die Sirenen heulen, dann bekommt die Bürgermeisterin von Vielank Christel Drewes sofort Herzklopfen. Vor einem Jahr wütete nebenan auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen ein verheerendes Feuer, das größte in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Was die Region jetzt unternimmt, um sich zu schützen, sehen Sie im Video.

01.07.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Alt Jabel: Rauch steigt bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel aus dem Wald auf. (Luftaufnahme mit einer Drohne) Wegen des Brandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz be
Anfang Juli 2019 brannte es tagelang bei Lübtheen. © dpa, Jens Büttner, jbu tba

Einsatzleiter wird zum Helden

Zum Glück waren damals keine Anwohnerinnen und Anwohner oder Feuerwehrleute zu Schaden gekommen. „Sicherlich haben wir viel Wald verloren, das ist ein immenser Umweltschaden, aber Menschenleben zählen immer noch am meisten“, sagt der damalige Einsatzleiter der Feuerwehr Stefan Geier heute. Geier wurde im Sommer 2019 als Held gefeiert.

Waldbrandgefahr in Lübtheen: Mehr als eine Million Euro für Schutzmaßnahmen

Gerade jetzt herrscht in der Region wieder höchste Waldbrandgefahr. Und das Leben rund um den mit Munitionsaltlasten belasteten Truppenübungsplatz ist gefährlich in der Hitze. Deshalb hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) im vergangenen Jahr für mehr als eine Million Euro ein Waldbrandschutzkonzept für die Region entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören neue Löschbrunnen und Löschteiche sowie der Bau von teilweise 50 Meter breiten Schneisen, damit das Feuer nicht auf umliegende Orte übergreifen kann. Außerdem wurde die Feuerwehr aufgerüstet. Weil im vergangenen Jahr die meisten Löschfahrzeuge vor Ort nicht für Waldgelände geeignet waren, konnten sie nicht richtig helfen. Außerdem explodierten zum Teil Munitionsreste auf dem Gelände.

Acht Tage brannte der Wald in Lübtheen

01.07.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Alt Jabel: Ein erschöpfter Feuerwehrmann sitzt in einer Rauchwolke im brennenden Wald in der Nähe der kleinen Ortschaft Alt Kabel am Rande des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei einem großflächigen Waldbrand in de
Waldbrand bei Lübtheen 2019: Die Feuerwehr kämpfte acht Tage lang gegen die Flammen. © dpa, Jens Büttner, jbu

Ortsteile der Gemeinde Vielank mussten damals evakuiert werden, nachdem der Brand am 30. Juni 2019 ausgebrochen war. Der Landrat löste Katastrophenalarm aus. Acht Tage kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen in Lübtheen. Bis zu 1000 Einsatzkräfte waren gleichzeitig im Einsatz. „Ich glaube man kann sagen, wir haben ein riesen, riesen Glück gehabt, dass die Ortschaften verschont wurden“, sagt Drewes im Nachhinein erleichtert. Sie ist seit 16 Jahren Bürgermeisterin und muss, wie viele andere Anwohner auch, mit dem Waldbrandrisiko hier weiterhin leben.