Von Spanien bis nach Australien: Extremwetter auf der ganzen Welt

Auf der ganzen Welt spielt das Wetter verrückt

Land unter in Nordengland, viel Schnee in Teilen der USA, Trockenheit mit Smog oder Waldbränden in südlicheren Ländern: Unter extremen Wetterlagen leiden zurzeit Millionen Menschen auf der Welt.

Rund um die besonders schwer betroffene britische Stadt York kämpften die Menschen gegen Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen. Auch in Australien haben es Menschen mit Fluten zu tun, in den USA viele Bürger inzwischen mit Schneemassen oder noch den Folgen der Tornado-Serie von Weihnachten. Trockenheit ist dagegen ein Thema in Italien, wo Metropolen wie Mailand oder Rom seit Montag mit Fahrverboten gegen den Smog kämpfen. In Spanien oder Kolumbien stemmen sich Feuerwehren gegen Waldbrände.

Ein Überblick:

USA:

Mindestens 43 Menschen kamen in den vergangenen Tagen durch Unwetter in den Vereinigten Staaten ums Leben. In New Mexico im Südwesten wurde sogar der Schneenotstand ausgerufen. Zu Weihnachten hatten zunächst Tornados und Regen, die auf ungewöhnlich warme Temperaturen zurückzuführen waren, in Staaten wie Mississippi, Tennessee und Arkansas gewütet und Menschen in den Tod gerissen. Sturzfluten hatte es etwa auch in Missouri oder Illinois gegeben. Nun brachte eine heranziehende Kaltfront aus Alaska eine Wintermisere. Spiegelglatte Straßen und Schneefälle wurden auch aus Kansas und Teilen von Texas gemeldet. Mehrere Bezirke nahe Dallas (Texas) wurden zu Katastrophengebieten erklärt. Der nationale Wetterdienst warnte weiter vor Schneefall und stürmischem Wetter.

Spanien:

Waldbrände im Norden Spaniens hielten am 28.12.2015 die Feuerwehren auf Trab. Besonders schlimm war die Lage in Kantabrien. Waldbrände wüteten auch in Asturien und im Baskenland. In Berango bei Bilbao wurden am Abend zuvor laut Behörden mehrere Häuser evakuiert.

Australien:

Bei Überschwemmungen im Norden Australiens müssen die Einwohner nicht nur die Fluten, sondern auch Krokodile fürchten. Lokalen Medien zufolge griffen die Reptilien gestrandete Hunde in der Gegend an. Eine Frau kam in den Fluten um, ein 28-Jähriger wurde zunächst noch gesucht. Hubschrauber retteten mindestens 500 Menschen aus der abgelegenen Ortschaft Daly River bei Darwin.

Von Spanien bis nach Australien: Extremwetter auf der ganzen Welt
Nordengland steht buchstäblich unter Wasser © dpa, Lindsey Parnaby

Kolumbien:

Brände in Kolumbien zerstörten laut Feuerwehr mindestens 300 Hektar Wald. Die Flammen wüten seit Tagen in den Departements von Antioquia im Nordwesten sowie Boyacá und Cundinamarca im Zentrum des Landes. Das Wetterphänomen El Niño hat in Kolumbien zu einer Dürre geführt. Meteorologen warnen vor möglichen weiteren Bränden in 20 der 32 Departements des Landes - es soll demnach weiter trocken bleiben.

Paraguay & Brasilien:

Mehr als 100.000 Menschen mussten aus der Grenzregion von Paraguay, Brasilien, Uruguay und Argentinien wegen schwerer Überschwemmungen evakuiert werden. Der Grund dafür seien heftige Regenfälle, die dem Wetterphänomen El Niño verschuldet sind, wie die Behörden erklärten.

Italien:

Ungewöhnlichem Wetter - einer trockenen Lage mit kaum Wind - ist auch die Luftverschmutzung und Smog-Lage in italienischen Großstädten geschuldet. Die Vorhersagen machen dort nur wenig Hoffnung: Mindestens bis Neujahr soll das windarme Wetter andauern. Dutzende Städte, darunter Rom und Mailand, begannen erneut Fahrverbote zu verhängen und versuchen nun, die Menschen mit günstigeren Bahntickets zum Autoverzicht zu motivieren. Italiens Umweltminister Gian Luca Galletti warnte: "Der Smog-Notstand könnte noch einige Zeit andauern und in Zukunft viel häufiger auftreten."

Großbritannien:

In den Hochwassergebieten Englands bleibt die Lage angespannt, auch wenn sich die Situation etwas besserte. Weite Teile Nordenglands stehen nach wie vor unter Wasser. Der Schaden wurde zunächst auf 1,5 Milliarden Pfund geschätzt (knapp über zwei Milliarden Euro).