Klimawandel öffnet Zoonosen Tür und Tor

Vogelgrippe wieder beim Menschen nachgewiesen

von Oliver Scheel

Die letzte große Zoonose hat uns Covid19 und eine fette Pandemie eingebrockt. Immer wieder schaffen es Viren, vom Tier auf den Menschen überzuspringen. Beim Coronavirus gilt es als sicher, dass das Virus von einer Fledermaus stammt und auf einem Markt in Wuhan den Sprung zum Menschen schaffte. Nun haben sich wieder mehrere Menschen mit dem Vogelgrippevirus infiziert. Ein Grund zur Sorge? Generell müssen wir leider damit rechnen, dass in Zeiten von Klimakrise und Erderwärmung beste Bedingungen für neue Zoonosen geschaffen werden. Dies zeigt auch eine neue Untersuchung.

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Fälle in China und den USA

Vogelgrippe Karlsruhe  Zoo
Vogelgrippe-Verdacht im Karlsruher Zoo. Immer mal wieder schafft es das Virus auf den Menschen überzuspringen.

Derzeit häufen sich die Meldungen über Menschen, die sich mit verschiedenen Vogelgrippe-Viren infizieren. Die USA haben den ersten Nachweis des jüngsten H5-Vogelgrippen-Strangs beim Menschen gemeldet. Dieser sei bei einer Person in Colorado entdeckt worden, die an der Keulung von Geflügel beteiligt gewesen sei, meldet die Seuchenbehörde CDC.

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Und in China wurde kürzlich die erste Infektion eines Menschen mit dem H3N8-Vogelgrippevirus entdeckt. Betroffen ist nach Angaben der chinesischen Nationalen Gesundheitskommission ein vierjähriger Junge aus der Provinz Henan. In mehreren deutsche Zoos wurde auch die Vogelgrippe entdeckt, sie blieb da aber unter den Tieren.

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Es gibt also immer wieder solche Vorfälle. Die Chefin der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), Monique Eloit, warnte allerdings vor Panik. Es sei ein enger Kontakt zu infizierten Tieren notwendig. Die Familie des Jungen aus China zum Beispiel züchtet Hühner. Und normalerweise schafft es das Vogelgrippevirus nicht von Mensch zu Mensch, was dem Coronavirus ja leider durchaus sehr gut gelingt.

Dennoch hält es Alexandra Phelan von der „Georgetown University“ für notwendig, die Überwachung weltweit zu verstärken. “Wir haben immer wieder verschiedene Übersprünge von Vogelgrippe registriert“, sagte sie dem „Guardian“.

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Klimawandel verschärft das Virenproblem

Der Klimawandel und ein immer tiefer in die letzten Lebensräume von Wildtieren vordringender Mensch erhöhen die Wahrscheinlichkeit für neue Zoonosen – und damit für neue Pandemien. Wie Forscher in „Nature“ berichten, haben mindestens 10.000 Virusarten, die derzeit nur heimlich, still und leise unter Wildtieren grassieren, das Potenzial, auf den Menschen überzuspringen.

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Dazu haben die Wissenschaftler von der „Georgetown University“ 3.139 Säugetierarten unter die Lupe genommen und ihren Lebensraum in verschiedenen Klimaprojektionen und Möglichkeiten der Landnutzung verglichen. Dabei kam heraus, dass mit mindestens 4.000 neuen Virus-Übersprüngen besonders in den dicht besiedelten Gebieten in Asien und Afrika zu rechnen ist – in einer nur um 2 Grad erwärmten Welt. Das ist alarmierend und zeigt, dass wir sowohl weltweit die Schutzgebiete ausweiten müssen als auch aufhören müssen, immer tiefer in ehemals unberührte Gegenden vorzudringen.

Das zeigt auch der letzte Ausbruch der Ebola. Ebola ist sehr heimtückisch, weil es wahnsinnig ansteckend ist und eine wesentlich höhere Todesrate aufweist als beispielsweise Covid19.

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(osc)