Verbot kommt wegen des Feinstaubs

Das Aus für Kaminöfen 2025: Es gibt Ausnahmen - lohnt das Umrüsten?

von Oliver Scheel

Holz ist ein nachwachsender und demnach umweltfreundlicher Rohstoff. Denken wir. Doch das Heizen mit Holz hat einen entscheidenden Nachteil: Bei der Verbrennung entsteht Feinstaub. Viel Feinstaub. Um der Belastung Herr zu werden, hat die Bundesregierung bereits im Jahr 2010 das Aus für Kaminöfen beschlossen. Ende 2024 ist nun Schluss. Oder doch nicht? Es gibt Ausnahmen. Und: Welche Alternativen gibt es? Lohnt sich das Umrüsten? Hier die Antworten.

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Das sind die Ausnahmen für einen Weiterbetrieb des Ofens

Schon Ende 2020 mussten Öfen stillgelegt werden, die vor 1995 errichtet wurden. Ab Dezember 2024 sind nun Kaminöfen an der Reihe, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 in Betrieb gingen.

Kaminöfen produzieren zwar eine wunderbare Wärme. Aber leider ist sie ziemlich gesundheitsschädlich. Bei der Verbrennung entstehen neben gesundheitsgefährdendem Feinstaub auch polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe (⁠PAK⁠) sowie Ruß, Methan und Lachgas. Daher empfiehlt das Umweltbundesamt, aus gesundheitlichen wie auch aus ökologischen Gründen auf die Nutzung von Holz zur Wärmeversorgung zu verzichten.

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Der Gesetzgeber hat aber ohnehin schon Fakten geschaffen. Er schreibt vor, dass Kaminöfen Schadstoff-Grenzwerte von 0,15 Gramm Feinstaub pro Kubikmeter und vier Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter Abgas nicht überschreiten dürfen. Tun sie dies nicht, müssen sie stillgelegt werden. Öfen, die nach dem 21. März 2010 in Betrieb genommen wurden, erfüllen meist die Abgasnorm.

Ende 2024 ist Schluss? Folgende Ausnahmen sind erlaubt:

  • Kamine, die vor dem 1.1.1950 errichtet wurden und nicht versetzt worden sind
  • offene Kamine, die nicht öfter als an acht Tagen im Monat für nicht länger als je 5 Stunden verwendet werden
  • nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Leistung von weniger als 15 kW
  • Öfen und Kamine, die die einzige Heizquelle für eine Wohneinheit sind

Lohnt das Umrüsten?

Umrüsten ist möglich, aber nicht billig. Für 1.000 bis 1.500 Euro können Feinstaubfilter eingebaut werden. Dazu benötigen die Öfen aber einen Stromanschluss. Der Einbau sollte wenn nicht vom Fachmann vorgenommen, dann doch mindestens kontrolliert werden – es geht hier um Ihr Leben, Stichwort Kohlenmonoxidvergiftung. Das Fachwort bei diesen Filtern heißt Staubabscheider. Sie filtern kleinste Teilchen durch elektrostatische Kräfte. Deshalb ist Filter nicht das richtige Wort.

Das Umweltbundesamt empfiehlt bei mehr als 15 Jahre alten Anlagen einen Austausch. Beim Erwerb eines neuen Kaminofens sollte ein hoher Nutzungsgrad und geringe Schadstoffemissionen im Mittelpunkt stehen. Wenn Sie nur trockenes und unbehandeltes Holz verbrennen, tun Sie sich und Ihren Mitmenschen einen Gefallen.

Bedenken Sie: Es ist äußerst umstritten, mit Holz zu heizen und es macht tatsächlich krank. Und wenn wir jetzt alle zum Beispiel mit Pellets heizten, wäre unser Wald in ein paar Jahren Geschichte.

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(osc)