"Geschichte der Menschheit in Gefahr"

Venedig rüstet sich für neuen Hochwasser-Alarm

Ein weiterer Tag des Alarms in Venedig

Venedig rüstet sich für das gesamte Wochenende vor neuem Hochwasser. Am Samstag wurde zwar der Markusplatz wieder überschwemmt, das Ausmaß hielt sich aber zunächst in Grenzen. Für Sonntag rief das Gezeitenbüro der Kommune die höchste Warnstufe aus. Das Wasser soll demnach bis Mittags auf einen Stand von 160 Zentimetern steigen. Das bedeutet, dass die historische Lagunenstadt zu großen Teilen unter Wasser steht. Auch die kommende Woche soll es mit Schlechtwetter weiter gehen. 

Die Schulen, die in Italien eigentlich auch am Samstag geöffnet sind, blieben weiter geschlossen. Am Dienstag hatte die höchste Flut seit mehr als 50 Jahren riesige Schäden in der Unesco-Welterbestadt angerichtet.

Rekord-Hochwasser überschwemmt 90 Prozent von Venedig

In der Nacht zu Mittwoch hatte das Wasser allerdings noch deutlich höher gestanden. Es war ein Rekordwert von 187 Zentimetern registriert worden. Das war der höchste Wert seit mehr als 50 Jahren. Mehr als 90 Prozent der historischen Stadt standen unter Wasser. 

Das Hochwasser hält an

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Der Pegel-Verlauf mit dem Hochstand von Freitag.

Heftiger Südostwind peitschte und drückt noch immer das Wasser aus der Adria in die Lagune, wo es seine zerstörerische Kraft ausbreitete. "Bis zum Wochenanfang wird das Hochwasser noch anhalten"so RTL-Meteorologin Constance Ahlers.

Wasser, Salz, Schmutz: Gift für Venedigs Kulturdenkmäler

12.11.2019, Italien, Venedig: Der Eingangsbereich zum Markusdom ist überflutet. Schlechtwetter in Italien - und Teile von Venedig stehen wieder unter Wasser. Touristen und Einheimische wateten in Gummistiefeln über den Markusplatz. Im Markusdom sei d
Überschwemmungen in Venedig: Der Eingangsbereich zum Markusdom ist überflutet. © dpa, Luca Bruno, LB fdt

Weltberühmte Kulturdenkmäler wie der Markusdom sind durch salziges und schmutziges Wasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Kunstwerke in Sammlungen oder Material in Archiven und Bibliotheken seien aber nach ersten Erkenntnissen nicht beschädigt worden, sagte Italiens Kulturminister Dario Franceschini.

„Venedig ist ein Traum, der nicht verloren gehen darf“

„Venedig ist im Herzen der ganzen Welt. Und die ganze Welt ist alarmiert. Denn auch nur einen Teil davon zu verlieren, bedeutet nicht nur, die Schönheit auszulöschen, die bis in die Ewigkeit dauern sollte, sondern auch das Gedächtnis und die Geschichte der Menschheit“, schreibt die italiensiche Zeitung La Repubblica.

„Wir haben alle um Notre-Dame geweint, und die Großzügigkeit war groß. Eine Großzügigkeit, die sich auch nach dieser neuen Tragödie wiederholen sollte. Venedig ist ein Traum, der nicht verloren gehen darf.“

Notstand beschlossen - und Selfie-Tourismus läuft

Die italienische Regierung hat inzwischen den Notstand für die Lagunenstadt beschlossen. Damit werden 20 Millionen Euro an Soforthilfen freigegeben. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte, dass Privatleute mit Soforthilfen von 5.000 und Geschäftsleute von 20.000 Euro rechnen könnten. Und während die Bewohner Venedigs immer noch schockiert sind und sich um die Zukunft sorgen, machen Touristen Selfies mit den Wassermassen.