Mojib Latif: Trump ist Katastrophe für den Klimaschutz

USA verlassen Pariser Klimaabkommen - bringt Joe Biden den Wandel?

Trump sagt, Klimawandel ist ein Fake

Die USA sind nicht mehr Mitglied des Klimaabkommens von Paris. Die Kündigung trat am Mittwoch um Mitternacht New Yorker Ortszeit in Kraft, wie das UN-Klimasekretariat zuvor erklärt hatte – vier Jahre, nachdem die historische Vereinbarung zur Begrenzung des Klimawandels in Kraft getreten ist, und ein Jahr nach der formellen Austrittserklärung der US-Regierung. Die USA sind das erste und bisher einzige Land, das das Klimaabkommen verlassen hat.

Latif: Trump ist Katastrophe für den Klimaschutz

Klimaforscher Professor Mojib Latif findet deutliche Worte für die Klimabilanz von Trump: „Es ist eine Katastrophe für den Klimaschutz. Er ist mit der USA nicht nur aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten, sondern er glaubt auch nicht an den menschengemachten Klimawandel. Er sei ein Fake, eine Erfindung der Chinesen, um den Amerikanern zu schaden. Zudem verbreitet Trump Lügen, dass sich die Wissenschaftler zum Thema Klima nicht einig sind. Er legt seinen Augenmerk weiter auf die fossilen Brennstoffe wie Öl, Kohle und Erdgas.

Ohne die USA ist kein Klimaschutz weltweit möglich! Die USA ist und bleibt der zweitgrößte Emittent (Ausstoß) von CO2 in der Welt. Die Zeit läuft ab! Der Stillstand beim Klimaschutz bedeutet dass wir die Erderwärmung nicht mehr begrenzen können,
so Latif weiter.

Die Regeln des Abkommens stehen

ARCHIV - Die Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt (Mitte links) und Cem Özdemir (M) und weitere Parteimitglieder protestieren am 02.06.2017 vor der US-Botschaft in Berlin gegen die Entscheidung von
Zahlreiche Protestaktionen zeigten den Unmut der Menschen gegen den Austritt der USA aus dem Klimaabkommen. © dpa, Britta Pedersen, ped fgj

2015 hatte sich die Weltgemeinschaft bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris darauf geeinigt, den Klimawandel auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Ein Jahr später hatten bereits ausreichend Staaten das Abkommen ratifiziert, sodass es in Kraft treten konnte. Bestimmte Details zur Umsetzung werden bis heute verhandelt, aber im Großen und Ganzen stehen die Regeln.

Klimakrise überall spürbar

ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 11. SEPTEMBER 20.00 UHR, VERÖFFENTLICHT WERDEN! EIN BRUCH DES EMBARGOS KÖNNTE DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER STUDIEN EMPFINDLICH EINSCHRÄNKEN.HANDOUT - Eis und Eisberge in der Antarktis (undatriert).
Das Antarktis-Eis schmilzt in Folge des Klimawandels immer mehr ab. © dpa, PIK

Bisher reichen die Pläne der Staaten für das Einsparen von Treibhausgasen aber noch längst nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu schaffen. Die Folgen der Klimakrise sind bereits weltweit spürbar – dazu gehören etwa ein Anstieg der Meeresspiegel, ein höheres Risiko von Dürren, Hitzewellen, schweren Stürmen und Überschwemmungen, aber auch das Abschmelzen von Gletschern und der Eisflächen an den Polen oder das Absterben von Korallenriffen.

Präsidentschaftskandidat Biden will sofort wieder beitreten

 Former Vice President Joe Biden speaks to supporters at a parking lot in Wilmington, Delaware on Tuesday, November 3, 2020. Biden expressed optimism in the election and said it will take time to count the votes in cricial battleground states. PUBLIC
Joe Biden hatte angekündigt, dem Pariser Klimaabkommen wieder beizutreten und das Ziel zu verankern, die US-Wirtschaft bis 2050 klimaneutral zu machen. © imago images/UPI Photo, Kevin Dietsch via www.imago-images.de, www.imago-images.de

US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 viele politischen Vorgaben zum Klima- und Umweltschutz rückgängig gemacht. Trumps Herausforderer Joe Biden hatte dagegen angekündigt, dem Pariser Klimaabkommen wieder beizutreten und das Ziel zu verankern, die US-Wirtschaft bis 2050 klimaneutral zu machen – das heißt, dass unterm Strich keine zusätzlichen Treibhausgase mehr in die Atmosphäre gelangen. Auch die Europäische Union will bis 2050 klimaneutral werden.