Urlaub am Mittelmeer? Die Unwettergefahr an der Adria ist noch nicht gebannt

Hier kommt es zu Regen und Gewittern
Hier kommt es zu Regen und Gewittern Regenfilm für Europa 00:15

Gewittergefahr an der Adria +++ Großer Hagel und Sturmböen möglich +++ Sonnenstühle können durch die Luft fliegen

Die Sommerferien laufen fast überall - und nicht wenige Urlauber sitzen schon auf gepackten Koffern oder haben schon ihre ersten Ferientage hinter sich. Aber Vorsicht: Da geht es derzeit ganz schön ab. Vor allem rund um die Adria ist die Gefahr von unwetterartigen Gewittern noch nicht gebannt. Da kann es nicht nur ordentlich knallen, sondern es sind auch Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich.

Das gefährliche Tief zieht weiter

Das Tief, das in den letzten Tagen für schlimme Unwetter an der Adria gesorgt hat, in Griechenland kamen mehrere Menschen ums Leben, zieht weiter in den Osten. Das bedeutet erst eine leichte Entspannung, doch die hält sich nur bis zum Wochenende. Dann geht es mit den Schauern, den Gewittern und der örtlichen Unwettergefahr schon wieder weiter.

"An der Adria ist auch in den nächsten Tagen die Gefahr von örtlich großem Hagel nicht gebannt.", so RTL-Meteorologe Christian Häckl.

Video: Sturm am Strand

Strandbesucher werden weggeblasen
Strandbesucher werden weggeblasen Sturm an der Adria 00:35

Unruheherd Adria: Hier kann es wieder losgehen

An der italienischen Adria, in Kroatien, im Süden Ungarns, in Albanien, in Montenegro, in Bulgarien, inklusive der westlichen und nördlichen Schwarzmeerküste und im Norden Griechenlands besteht ab Samstag wieder höchstes Gewitterrisiko. 

Hier geht es zur Regenkarte Europa

Bei bis zu 30 Grad kann man zwar an die Strände gehen, aber besonders gegen Abend können sich die Wolken auftürmen und ihre Drohkulisse voll entfalten.

Gardasee nicht frei von Regen und Gewittern

Ein paar Schauer oder harmlosere Gewitter kann es an den oberitalienischen Seen geben. Für den Urlauber, der einfach nur in der Sonne liegen möchte eigentlich egal, aber diese Regenschauer sind dann nicht Teil des Adriatiefs, sondern kommen aus den Alpen.

Hier bleibt der Sommer zahm

Wirklich gut sieht es auf der anderen seite des Stiefels aus, an der Riviera gibt es Sommer pur. Auch in Frankreich, an der spanischen Küste und in Portugal bleibt es bei rund 30 Grad und Sonne ohne Unterlass schön. Ganz kleiner Störfaktor: Am Samstag können ein paar Wolken den Norden Portugals mit ein paar Schauern ärgern. Ansonsten nur Sommer pur.

So krass waren die Unwetter wirklich

11.07.2019, Griechenland, Nea Plagia: Ein Auto ist nach einem Sturm unter einem eingestürzten Pultdach in der Region Chalkidiki in Nordgriechenland zu sehen. Ein heftiges Unwetter im Norden Griechenlands hat in der Nacht zum Donnerstag mindestens sec
In der beliebten Ferienregion Chalkidiki (Nordgriechenland), kostete das Unwetter neben unzähligen Verletzten auch sechs Touristen das Leben. © dpa, -, axs

Die kräftigen Gewitter gingen mit sintflutartigem Regen und kräftigen Fallböen einher. Die starken Regenfälle verwandelten die Straßen von Pescara, einer italienischen Stadt an der Adria, und Komotini in Griechenland in reißende Flüsse. Unzählige Bilder zeigen nicht nur umherfliegende Sonnenliegen, auch wie Streichhölzer umgeknickte Bäume und umgeworfene Autos zählen darunter, die von zerstörerischen Fallböen verursacht wurden.

Das war jedoch noch längst nicht alles. Hagelkörner mit zehn Zentimeter Durchmesser und 300 Gramm Gewicht kamen wie Geschosse vom Himmel und zerstörten allen, was ihnen nicht gewachsen war. 

Auch einige Tornados konnten gesichtet werden. Während eine Wasserhose in Rimini (Italien) aus sicherer Entfernung vom Land aus nur über dem Wasser bestaunt werden konnte, hatte der etwas weiter nördlich gelegene und ebenfalls beliebte Badeort Milano Marittima in Cervia in der Emilia-Romagna weniger Glück. Dort zerstörte ein Tornado alles, was sich ihm in den Weg stellte.

Und bei uns?

Auch in Deutschlands sind einzelne Gewitter möglich. Allerdings unterscheidet sich die hier vorherrschende Luftmasse deutlich von der in Süd- und Südosteuropa. Die Luft ist viel kühler und trockener, weniger energiereich und auch die Scherungsbedingungen sind weniger ideal. Entsprechend reicht es meist nur für einzelne, dann jedoch möglicherweise sehr markante Gewitter, die lokal eng begrenzt mit Starkregen einhergehen. Mehr zu der Regen- und Gewittersituation in Deutschland finden Sie hier.