Unwetterfront zieht über Deutschland - Starkregen, Hagel, Sturm

Starkregen, Hagel und Sturm

Die heftige Gewitterfront hat im Westen für Chaos gesorgt. Im Norden rollt auf den Gleisen am Abend nicht mehr viel. Am Tag wurde vor allem der Frankfurter Raum stark getroffen. Der Flugverkehr wurde am größten deutschen Flughafen vorübergehend eingestellt. Im Südwesten und im Osten von NRW gibt es ebenfalls Probleme und Streckensperrungen. Auch die Straßen sind teilweise durch umgestürzte Bäume unpassierbar.

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Trocken, aber oft trüb Der Regen- und Wolkenfilm für 48 Stunden 00:41

Chaos im Norden: Drei Verletzte, Bahnverkehr stark eingeschränkt

Gewittertief "Nadine" hat am Donnerstagabend den Bahnverkehr im Norden vielfach zum Erliegen gebracht. Wegen umgestürzter Bäume mussten zahlreiche Abschnitte gesperrt werden. Betroffen sind unter anderem die Linien RE 5, RE 2 und RE 3 im Metronom. "Viele Strecken im Norden Deutschlands sind derzeit gesperrt. Es kommt zu Verspätungen und Zugausfällen im Nah- wie Fernverkehr", teilte die Bahn am Donnerstagabend mit. In Dortmund, Hamm, Hannover, Braunschweig oder Berlin wurden Aufenthaltszüge bereitgestellt. 

In Hamburg wurden drei Menschen verletzt: Im Stadtteil Harburg wurden zwei Jugendliche von einem umstürzenden Baum getroffen, im Stadtteil Eißendorf wurde ein Mann ebenfalls durch einem Baum verletzt. Der Betrieb der U- und S-Bahnen der Hansestadt wurde durch das Unwetter behindert. In Schleswig-Holstein mussten die Feuerwehren besonders an der Westküste ausrücken und Keller leer pumpen. Die Autobahn 23  wurde im Bereich Heide gesperrt, da zahlreiche Bäume dort umgestürzt waren.

Flugbetrieb und Bahnverkehr eingestellt, umgeknickte Bäume blockieren Straßen

Den Raum Frankfurt hatte es am Nachmittag getroffen. Wegen einer Gewitterfront stellte der Frankfurter Flughafen vorübergehend den Flugbetrieb ein. Durch die Schließung fielen 109 Flüge aus. Die Lufthansa stellte sich eigenen Angaben zufolge darauf ein, dass rund 6.000 Passagiere und rund 40 Flüge von den Auswirkungen der Gewitterfront betroffen sein könnten.

09.08.2018, Baden-Württemberg, Eppelheim: Ein großer Ast liegt nach einem Starkregen und Sturm auf einer Straße. Schwere Unwetter haben den Verkehr in Baden-Württemberg beeinträchtigt. (zu dpa: "Unwetter in Mannheim - Feuerwehr rückt zu mehr als 50 E
Unwetter bei Mannheim. Ein großer Ast liegt nach einem Starkregen und Sturm auf einer Straße. © dpa, Rene Priebe, bwe

Auch der Fernverkehr der Deutschen Bahn im Großraum Frankfurt war vorübergehend eingestellt worden. Ein Böschungsbrand im Gleisbereich, vermutlich durch einen Blitzschlag ausgelöst, störte den Zugverkehr zwischen Mannheim Hbf und Heidelberg Hbf. Störungen gibt es auch auf der Strecke Hamm - Bielefeld und im Südwesten Deutschlands.

Umgestürzte Bäume haben außerdem die Autobahn 3 (Frankfurt-Würzburg) bei Seligenstadt blockiert. Die Autobahn wurde in Fahrtrichtung Würzburg komplett gesperrt. Auch im Saarland sind zahlreiche Bäume umgeknickt und behinderten den Verkehr.

Im Oberbergischen wütete ebenfalls ein Gewitter. Straßenzüge wurden durch umgestürzte Bäume und herumliegende Äste blockiert.

Dutzende Einsätze in Rheinland-Pfalz und dem Saarland

09.08.2018, Niedersachsen, Algermissen: Eine Unwetterfront zieht im Landkreis Hildesheim auf. Schwere Gewitter mit Starkregen und Sturmböen ziehen über Deutschland hinweg. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
So grau wie hier in Niedersachsen ist es heute an vielen Orten in Deutschland. © dpa, Julian Stratenschulte, jst soe

Schwere Gewitter haben der Feuerwehr im Saarland und in Rheinland-Pfalz eine Menge Arbeit beschert. Im Saarland mussten die Helfer vor allem wegen entwurzelter Bäume und abgebrochener Äste ausrücken.

In Ettringen bei Mayen (Rheinland-Pfalz) schlug der Blitz in den Dachstuhl eines Einfamilienhauses ein, die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Im Koblenz und dem Landkreis Bad Kreuznach kam es zu Starkregen und entwurzelten Bäumen.

103 Notrufe wurden bis zum frühen Abend in Ludwigshafen gezählt. In Mainz wurde in der Innenstadt eine Frau durch einen losgerissenen Werbebanner im Gesicht verletzt, teilte die Polizei mit. 

Auch über Niedersachsen und Bremen zog eine Unwetterfront mit Starkregen. Menschen kamen nach ersten Angaben der Behörden nicht zu Schaden. Im Kreis Osnabrück stürzten Bäume um und trafen parkende Autos. In Bremen brach ein Gerüst unter dem starken Wind teilweise ein. 

Vielerorts kam es zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr. In Niedersachsen und Bremen gab es am Donnerstagabend Verzögerungen auf der Strecke von Berlin in Richtung Nordrhein-Westfalen. Die ICE-Verbindung zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet wurde wegen des Unwetters unterbrochen.