Unwetterbilanz: Erdrutsch, volle Keller, entwurzelte Bäume und Hagel brachten Schäden

Unwetter über Norddeutschland
Unwetter über Norddeutschland Blitz schlägt ins Haus ein 00:51

Unwetter +++ Überschwemmungen +++ Bäume entwurzelt +++ Hagel

Neben Platzregen traten schwere Sturm- und orkanartige Böen sowie Hagelkörner mit bis zu 4 cm Durchmesser auf. Von Tornados ist bislang nichts bekannt. Die erste großräumige Gewitterlinie bildete sich ab etwa 14 Uhr von Ostwestfalen bis ins Münsterland und erreichte bis 18 Uhr weiter Hamburg und Bremerhaven.

Die beeindruckenden Aufnahmen der Unwetter sehen Sie im Video!

Das Gewitter, das am Mittwochnachmittag über Schleswig-Holstein hinweggezogen ist, hat nur kleinere Schäden verursacht. Ein Baum fiel auf ein Bahngleis an der Strecke Kiel-Neumünster, wie die Deutsche Bahn am Abend twitterte.

In Geschendorf (Kreis Segeberg) wurde ein Einfamilienhaus von einem Blitz getroffen. Das Feuer konnte nach Angaben der Polizei aber sofort gelöscht werden. Bereits am Vormittag hatte in Bockholm (Kreis Schleswig-Flendsburg) ein altes Reetdachhaus gebrannt.

Die höchsten Regenmengen wurden gestern Nachmittag und Abend in Wahlsburg-Lippoldsberg im nordhessischen Landkreis Kassel gemessen. Dort fielen über 40 l/m² in einer Stunde und knapp 60 l/m² in zwei Stunden. Dadurch kam es zu Verkehrshinderungen und einige wenige Überschwemmungen, so ein Sprecher der Polizei. Straßen wurden mit Schlamm überspült und Keller liefen voll. An der Oberweser kam es zu einem Erdrutsch, der eine Landstraße blockierte. Dabei wurden Bäume entwurzelt. ​

Schäden auch in Südhessen

In Südhessen richteten die schweren Gewitter ebenfalls Schäden an. Im Kreis Darmstadt-Dieburg wurden Bäume entwurzelt und große Äste abgebrochen. Die Folge waren Schäden an mindestens vier Autos. 

Bei den Gewittern in der vergangenen Nacht fielen an der Station Masserberg im Thüringer Wald (Landkreis Hildburghausen) knapp 16 Liter Regen pro Quadratmeter in 10 Minuten (!). Der DWD definiert Starkregen ab rund 7 l/m² in 10 Minuten bzw. ab 25 l/m² in 60 Minuten.

Endlich ein paar Tage durchatmen

Durch den Luftmassenaustausch geht es mit den Höchstwerten nach unten. Während wir am Mittwoch noch Höchstwerte von fast 35 Grad erreichen, sind es am Donnerstag in der Westhälfte nur noch 20 bis 23 Grad. Dagegen werden im Osten nochmal warme 28 Grad erreicht. Außerdem ist die Luft nicht mehr so schwül wie am Mittwoch – Ausnahme bleibt der Osten.