Unwetter: Wintersturm sorgt für viele Schäden

Sturm- und Orkanböen fegen über Deutschland und hinterlassen viel Chaos

Heftige Sturmböen sind am Donnerstag über weite Teile Deutschlands hinweg gefegt und haben vielerorts Schäden hinterlassen. Orkanböen und orkanartige Böen deckten Dächer ab und rissen Bäume um. Die Spitzenböe wurde auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 167 km/h registriert. Selbst in München wurde eine Orkanböe mit 126 km/h gemessen. Die Schäden des Wintersturms sind groß.

Nur ein paar Minuten später wäre der Kran auf Grundschüler gestürzt

Ein umgestürzter Baukran liegt in  Germering in Bayern am Boden.
Sturm bläst tonnenschweren Kran um. Kurze Zeit später wären Grundschüler dort vorbei gegangen. © dpa, Matthias Balk, mbk htf

In Germering bei Fürstenfeldbruck rissen Sturmböen am Morgen einen Baukran um. Es entstand ein Schaden von etwa 500.000 Euro. Der Kran wurde komplett zerstört, auch eine Stromleitung und ein Spielplatz wurden getroffen. Es hätte aber viel schlimmer kommen können: Kurz nach dem Unglück seien in dem Bereich die ersten Schüler auf dem Weg zu einer benachbarten Grundschule gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

In München ließ der Sturm ein Gerüst einstürzen, es begrub zwei 50 Jahre alte Bauarbeiter unter sich. Einer der Männer wurde nach Angaben der Feuerwehr leicht, der andere schwer verletzt. Allein in Bayerns Hauptstadt  gab es in sechs Stunden mehr als 60 Unwettereinsätze, teilte die Feuerwehr mit. Winterliches Schneegestöber legte den morgendlichen Berufsverkehr der Münchner S-Bahn teilweise lahm. 

Wintersturm macht Bahnstrecken unpassierbar

Wegen eines umgestürzten Baumes in der Oberleitung bei Gessertshausen nahe Augsburg musste die Deutsche Bahn den Fernverkehr auf der Strecke zwischen Augsburg und Ulm am Morgen zeitweise unterbrechen. Auch in Baden-Württemberg traf es Bahnreisende. Die Strecke Offenburg-Konstanz wurde wegen einer Oberleitungsstörung infolge des Sturms stundenlang gesperrt.​

Anhänger hebt ab und trifft Streifenwagen

Mitarbeiter der Feuerwehr stehen am 14.12.2017 in einem Waldgebiet bei Bad Saulgau (Baden-Württemberg). Bei Bergungsarbeiten von umgestürzten Bäumen wurde ein Feuerwehrmann schwer verletzt. (zu dpa: «Unwetter fegt über den Südwesten hinweg - DWD gibt
Der Sturm hat besonders in Bayern und Baden-Württemberg zahlreiche Bäume wie Streichhölzer umgeknickt. Bei Bergungsarbeiten von umgestürzten Bäumen wurde ein Feuerwehrmann schwer verletzt. © dpa, Thomas Warnack, bwe exa

Fast schon filmreif trieb es der Sturm in der Nähe von Pforzheim. Dort wurde ein Polizeiwagen von einem 750 Kilo schweren Anhänger getroffen. Wie die Polizei mitteilte, war der Anhänger am Donnerstag von der Kupplung eines Wagens gerissen worden. Dabei hob er komplett von der Straße ab. Er krachte frontal gegen den Streifenwagen und wurde über das Dach abgerollt. Die Beamten blieben unverletzt.

In Gera in Thüringen deckte der Wind ein Hausdach teilweise ab. Sieben Fahrzeuge wurden von herabfallenden Teilen beschädigt. Verletzt wurde niemand. Auch bei einem Lastwagenunfall auf der Bundesstraße 4 in der Nähe von Sömmerda könnten Sturmböen eine Rolle gespielt haben. Dort kippte ein mit etwa 20 Tonnen Erde beladener Lastwagen um und versperrte die Spur. Die Erde verteilte sich über die Straße. 

Hier die Windspitzen in (km/h) Stand 9 Uhr:

Feldberg/Schwarzwald: 167
Belchen/Schwarzwald: 157
Brocken: 148
Zugspitze: 143
München: 126
Mühldorf/Inn: 126
Stötten und Waibstadt: 122
Albstadt 119