Unwetter verwüstet Braunsbach: Der Tag danach

Zerstörerische Gerölllawine in Braunsbach

Nach den verheerenden Unwettern mit vier Toten in Süddeutschland laufen die Aufräumarbeiten. Der kleine Ort Braunsbach muss wohl mit den schlimmsten Folgen kämpfen: Drei kleine Bäche hatten eine zerstörerische Gerölllawine durch den Ort geschoben. Beinahe der gesamte Ort wurde bei dem schweren Unwetter zerstört.

Es sind eigentlich winzige Bäche, die durch die 2000-Einwohner-Gemeinde in der fränkischen Region Hohenlohe in Baden-Württemberg fließen. Durch das heftige Unwetter, das Tief Elvira auslöst, schwellen sie am Sonntagabend zu reißenden Flüssen an. Die Wassermassen bringen eine Gerölllawine mit, die auf Hunderten Metern eine Schneise der Zerstörung hinterlässt.

Die Bilder von den reißenden Wassermassen in Braunsbach sind einfach unfassbar, wie einige Handyvideos zeigen. Ein Video verdeutlicht besonders gut, wie groß die Angst war: Ein Kind fragt darin: "Müssen wir alle sterben?" Die Mutter beruhigt es: „Wir gehen ganz oben auf den Dachboden, wir sterben nicht."

In den Häusern ist der Strom ausgefallen, die Keller stehen noch unter Wasser. Und trotzdem lassen sich die Menschen in Braunsbach nicht unterkriegen. Bis spät in die Nacht packen alle mit an. Der Einsatz der Retter ist enorm, es kommen auch viele freiwilligen Helfer. Viele von ihnen sind erschüttert - so schlimm haben sie sich die Zerstörung nicht vorgestellt.

Zwei Tote in den Fluten von Schwäbisch Gmünd

Unwetter durch Tief Elvira: Zwei Tote in Schwäbisch Gmünd
Einsätzkräfte sichern am 30.05.2016 Spuren rund um einen Kanalschacht in einer mit Schlamm bedeckten Straße in einer Bahnhofsunterführung in Schwäbisch Gmünd.

In Schwäbisch Gmünd spielen sich ebenfalls dramatische Szenen ab: Der 21-jährige Anil B. war mit zwei anderen zum Spaß in die Fluten gesprungen, wurde dann aber mit den Wassermassen in einen Kanalschacht angezogen. Diese Leichtsinnigkeit kostete ihn und einen herbeieilenden 38 Jahre alten Feuerwehrmann das Leben. Augenzeugen hatten noch versucht, die beiden zu retten, aber die Hilfe kam zu spät.

Es wird Monate dauern, bis in den betroffenen Orten wieder Normalität einkehrt. Die Höhe der Schäden ist noch lange nicht abzusehen.