Unwetter über Deutschland: Regenmassen und entwurzelte Bäume

Das Wasser stand teilweise zwei Meter hoch

Nach schweren Unwettern haben die Behörden in Rheinland-Pfalz Katastrophenalarm in Stromberg im Hunsrück ausgelöst. Einsatzkräfte mussten Bewohner mit Booten aus ihren Häusern retten, nachdem das Wasser teilweise zwei Meter hoch in den Straßen stand. Umliegende Orte seien nicht betroffen. Es handle sich um eine örtlich begrenzte Krisenlage in Stromberg, sagte ein Sprecher des Krisenstabs.

Unwetter über Deutschland:
Regenmassen und entwurzelte Bäume © dpa, Nord-West-Media TV

Auch im Mittelrheintal kam es zu heftigen Unwettern mit starken Regenfällen. Zwischen Wiesbaden und Koblenz wurden Gleise unterspült. Betroffen sei linksrheinisch der Abschnitt zwischen Niederheimbach und Bingen, rechtsrheinisch der Abschnitt zwischen Lorsch und Kaub.

Bereits am Donnerstagabend waren schwere Unwetter über den Nordwesten Deutschlands gezogen und hatten dort ihre Spuren hinterlassen. Gleich zwei Mal innerhalb weniger Stunden brach am heftiger Niederschlag über den Kreis Steinfurt herein.

Besonders von der ersten Unwetterfront betroffen war die Gemeinde Lienen. Es gab Straßen, die unter Wasser standen, hochschießende Gullydeckel und entwurzelte Bäume. Ein Baum stürzte auf ein vorbeifahrendes Auto, die Person am Steuer musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Zwei Stunden später brachen die Regenmassen über Rheine herein und setzten die Kernstadt unter Wasser. Hunderte Keller wurden überflutet, Bäume entwurzelt und Bahngleise überschwemmt. Auch der Nachbarkreis Borken wurde von Starkregen getroffen - allerdings waren zunächst keine nennenswerten Schäden absehbar.

Auch zahlreiche Bahnreisende bekamen die Auswirkungen von Gewittern im Nordosten von NRW zu spüren. Im Bereich des Stellwerkes Lengerich (Kreis Steinfurt) kam es zu einer Signalstörung und Verspätungen von Zügen. Davon betroffen war nach Angaben der Deutschen Bahn die Strecke zwischen Osnabrück und Münster. Am Hauptbahnhof Münster verursachte ebenfalls ein Gewitter eine Signalstörung und zahlreiche Verspätungen, weil ein Blitz im Bereich des Bahnhofs einschlug. Betroffen waren der Nah- und Fernverkehr - es gab Schienenersatzverkehr und eine Umleitung der Fernstrecke. «Wir sind aber guter Dinge, dass die Probleme zum Start des Berufsverkehrs behoben sind», sagte eine Bahn-Sprecherin.