Unwetter über Deutschland: Feuerwehren am Wochenende im Dauereinsatz

Gewitter über Deutschland
Unwetter über Deutschland © picture-alliance/ dpa, Fredrik von Erichsen

In vielen Teilen Deutschlands wüteten erneut Unwetter

Neben dem Musikfestival "Rock am Ring" in der Eifel waren am Freitagabend weitere Orte in Rheinland-Pfalz vom Unterwetter betroffen. Polizei und Feuerwehr meldeten Einsätze in den Verbandsgemeinden Kirchen und Betzdorf (Landkreis Altenkirchen). Wegen starker Niederschläge in kurzer Zeit seien dort Straßenzüge überschwemmt worden, berichtete die Polizei. Vereinzelt drang das Regenwasser in Gebäude ein.

Bei einem Blitzeinschlag an einem Wohnhaus in Kirchen entstand ein Sachschaden von rund 30.000 Euro. Verletzte gab es nicht. Auf die Bundesstraße 62 fielen umgestürzte Bäume. Nach Angaben der Polizei gab es in der Nacht zum Samstag in Rheinland-Pfalz und im Saarland keine weiteren besonderen Vorkommnisse durch Unwetter.

Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht zum Samstag auch Köln getroffen. Die Feuerwehr rückte in kürzester Zeit zu rund 200 Einsätzen aus. Ein hilfloser Mensch sei aus dem Rhein gerettet worden, hieß es. "Ein Autofahrer und ein Radler wurden während des Regens bei Unfällen verletzt", sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen. Ein weiterer Autofahrer wurde aus seinem Wagen befreit, der in einer gefluteten Unterführung feststeckte. Auch die Uniklinik brauchte Hilfe: Dort drang das Wasser an mehreren Stellen in das Gebäude ein. Die Helfer pumpten zudem etliche vollgelaufene Keller leer. Bis in die Morgenstunden waren rund 340 Mann im Einsatz und kämpften gegen die Regenflut.

Ein Erdrutsch hat am Samstagmorgen in Schwäbisch Gmünd einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Mehrere Wohnhäuser seien evakuiert worden, sagte ein Sprecher der Polizei Aalen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Heftige Regengüsse hatten am Mutlanger Berg einen Teil des Hangs abgleiten lassen. Das Ausmaß des Erdrutsches blieb zunächst unklar. Die Lage sei noch schwer einschätzbar, so der Beamte. Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk rückten an. Geologen sollten noch am Vormittag den Hang begutachten. In Schwäbisch Gmünd war es zum Wochenstart zu verheerenden Überschwemmungen gekommen. Zwei Menschen starben in den Fluten, hohe Schäden entstanden an der Infrastruktur der Stadt.

Nahe Pforzheim ist die Autobahn 8 von Starkregen unterspült und beschädigt worden. Eine Spur in Fahrtrichtung Karlsruhe bleibe gesperrt bis der Schaden behoben werden könne, teilte die Polizei in Karlsruhe am Samstag mit. Nahe der Anschlussstelle Pforzheim-Ost hatte Regenwasser den Fahrbahnbelag absacken lassen. Es entstand ein Loch, die Leitplanke löste sich aus der Verankerung. Die Polizei sperrte die rechte Spur auf einer Länge von rund 100 Metern ab. Am Samstag sollte eine Fachfirma den Schaden begutachten. Die Reparaturen könnten demnach mehrere Tage dauern. Bei Unwettern in Teilen Baden-Württembergs kamen zu Beginn der Woche vier Menschen ums Leben, Millionenschaden entstand. Starker Regen und Erdrutsche störten den Straßen- und Schienenverkehr erheblich.

Das Wetter spielt verrückt: Hochsommer im Norden

Nicht nur in Deutschland spielt das Wetter gerade verrückt. Während hierzulande aber Stürme und Überschwemmungen wüten, treibt ein ganz anderes Wetterphänomen die Menschen etwas weiter im Norden dazu, ins Meer zu springen und Eisbuden zu belagern: In Dänemark ist seit einer Woche Hochsommer. In manchen Landesteilen rief der Wetterdienst nach drei Tagen mit über 25 Grad "Wärmewellen" aus - für Anfang Juni völlig ungewöhnlich. Schon der Mai in diesem Jahr war der wärmste in dem Land seit 23 Jahren.

Sonst kann man in Dänemark sogar zwischen Juni und August die Sonnencreme häufig im Schrank lassen. Jetzt müssen die Dänen fürs Erste weiter eincremen. Auch im Süden Schwedens und Norwegens war es in den vergangenen Tagen zwischenzeitlich viel wärmer als sonst.