Unwetter über Deutschland – eine Zwischenbilanz

Starkregen: Gullydeckel schossen aus dem Rahmen

Der deutsche Sommer 2016 ist einfach nicht ohne Gewitter und Unwetter zu haben. Am Freitag waren Regionen in der kompletten Westhälfte von Starkregen, Hagel, Gewittern und Sturm betroffen.

Nordrhein-Westfalen:

Heftige Regenfälle überfluteten am Freitag die Ortschaft Barntrup-Selbeck bei Detmold. Durch die Straßen sei eine Mischung aus Wasser und Schlamm geschossen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Vorsorglich schaltete die Feuerwehr den Strom des Dorfes Selbeck mit knapp 400 Einwohnern ab und sperrte die Zufahrtsstraßen. Ein Rollstuhlfahrer, der in seinem mit Wasser vollgelaufenen Haus festsaß, sei in Sicherheit gebracht worden.

Auch der Kreis Paderborn meldete Feuerwehr- und Polizeieinsätze nach Gewittern mit Regen und Hagel. In Paderborn stürzte eine 19-jährige Rollerfahrerin beim Bremsen im Starkregen und verletzte sich schwer. An mehreren Orten im Kreisgebiet schossen Gullydeckel unter meterhohen Fontänen aus dem Rahmen, Keller mussten leergepumpt werden.

Hessen:

Ein Sturm deckte am Freitagabend Teile des Daches des Kasseler Hauptbahnhofs ab. Obwohl die Aufräumarbeiten auf Hochtouren liefen, gab es auch am Samstag Beeinträchtigungen im Regionalverkehr. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde niemand verletzt. Der Schaden sei allerdings immens.

Gewitter: Drei Menschen von Blitz getroffen

Unwetter in Deutschland
Gewitter mit Starkregen ließen wieder einmal Keller voll laufen. © picture alliance / dpa, Daniel Bockwoldt

Schleswig-Holstein:

Im schleswig-holsteinischen Nortorf wurden drei Menschen durch einen Blitzschlag verletzt. Die Mitarbeiter einer Landschaftsbaufirma hatten nach Angaben der örtlichen Feuerwehr beim Verladen eines Transporters in einer Pfütze gestanden und erlitten einen Stromschlag, als der Blitz neben ihnen einschlug. Sie kamen wegen des Verdachts auf Herzrhythmusstörungen in ein Krankenhaus.

Allein im Kreis Rendsburg-Eckernförde, in dem Nortorf liegt, rückte die Feuerwehr bis in die Nacht zum Samstag rund 70 Mal aus. Nach Unwettern und Starkregen hatte die Feuerwehr aber auch in vielen anderen Teilen Norddeutschlands alle Hände voll zu tun.

Rheinland-Pfalz:

Hagel, Sturm und kräftiger Regen hielten Feuerwehr und Polizei in Rheinland-Pfalz in der Nacht zum Samstag in Atem. Bei den Einsatzkräften in Ludwigshafen gingen am Freitagabend binnen kurzer Zeit knapp 100 Notrufe ein. 98 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz, um Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume wegzuräumen. Auch in Worms mussten Einsatzkräfte wegen umgestürzter Bäume mehrfach ausrücken. Die Vorstellung der Nibelungenfestspiele wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen, das Gelände geräumt.

Baden-Württemberg:

Unwetter mit Starkregen zogen auch über den Südwesten Deutschlands hinweg - am stärksten betroffen waren die Regionen Mannheim und Ludwigsburg. «Es gingen in der Nacht zum Samstag ungefähr 200 Notrufe bei uns ein», sagte ein Mannheimer Polizeisprecher. Es seien Ampeln ausgefallen, und es sei zu Überschwemmungen gekommen. «Es sind aber keine Menschen zu Schaden gekommen», sagte der Sprecher.